BLOG - Sonnenklar

Dr. Martina Marte schreibt den neuen Blog von SONNE IM HAUS 

Stärkende, ermutigende, auferbauende, aus dem Leben kommende Texte über das Muttersein und das Familienleben!

Familie Marte

Wir, das sind meine drei Männer und ich.

Mit dem großen der Männer, Christoph, bin ich seit 2010 glücklich und herausfordernd verheiratet. Wir haben uns in einem kleinen Bergdorf in Vorarlberg (seiner Heimatgemeinde) ein Haus gebaut. 2011 und 2013 sind dann die zwei kleinen Männer Timoteo Elia und Simeon Immanuel in unser Leben getreten und haben es auf wunderbare Weise auf den Kopf gestellt. Mein Mann arbeitet in der Automobilbranche, ich bin ursprünglich Ärztin, jetzt aber Vollzeit-Mama von ganzem Herzen. Wir sind so unterschiedlich wie es nur sein kann und trotzdem ein super Team. Zu unterschiedlichen Anteilen lieben wir Skifahren und Wandern, Klettern und Radfahren, Bücher und Lesen, gutes Essen und Musik, Malen und Schreiben, Technik und Rätsel, Ehrlichkeit und Reflektieren, gute Gespräche und Freundschaften. In einer Sache sind wir uns aber einig – wir lieben Jesus!

 

 


Blogeintrag 09

Weniger ist mehr – Schulstart für Anfänger

 

Nur noch ein paar Tage und dann geht die Schule wieder los. Mit dem Schulbeginn könnte theoretisch auch wieder der ganze Terminstress starten. Aber eben nur theoretisch, denn praktisch wehre ich mich schon jetzt gegen die noch nicht vorhandenen Termine. Ich will nicht wieder dort starten, wo wir das letzte Schuljahr aufgehört haben.

Deshalb überlege ich bewusst, wo unsere Prioritäten liegen und dies nicht nur in der Theorie. Praktisch und theoretisch soll Gott in unserer Familie an erster Stelle stehen. Hierzu gehört für uns das gemeinsame Bibellesen und Beten aber auch, dass jeder von uns selbst die Beziehung zu Jesus sichtbar pflegt. Mein Gottstuhl soll täglich besetzt sein.

Dann kommen wir als Familie. Der eine Teil von uns ist sensibel, braucht viel Zeit für Ruhe und Erholung und ein gewisses Maß an Einsamkeit. Dem will ich dieses Schuljahr mehr Aufmerksamkeit und vor allem mehr Raum schenken. Praktisch heißt das weniger Elektronik, mehr Kuschelzeit mit Büchern und Hörspielen, gemeinsame Spaziergänge ohne andere Kinder oder Familien, und nur noch eine außerschulische Aktivität in einem Verein für beide Kinder. Mit dem Schulstart für den Kleinen und der Erstkommunion von dem Größeren ist das für uns das absolute Maximum. Das andere Familien hier eventuell mehr Kapazitäten haben, ist mir klar.

 

Manchmal bin ich mir aber nicht sicher, ob wirklich mehr Energie vorhanden ist oder ob einfach zu wenig auf die Bedürfnisse geachtet wird.

 

Erst wenn wir bewusst genug Zeit für Gott und unsere Familie hatten, kommen all unsere anderen Verpflichtungen und Dienste.

Ich will mich wirklich an der Nase nehmen und dieses Jahr die Prioritäten im Auge behalten. Nicht alle Termine, die uns anbrüllen sind wirklich so wichtig, wie die Gesellschaft uns weismachen will. So ähnlich wie man sagt, dass kleine Hunde nur bellen aber nicht beißen. Sonst gäbe es sicherlich weniger Ausgebrannt sein und weniger Stress in unserer Gesellschaft.

 

 

Deshalb für uns sonnenklar – weniger ist oft mehr!


Blogeintrag 08

Gymnaestrada oder ich weiß, was ich kann

 

In Vorarlberg herrscht derzeit das Turnfieber! Es ist Gymnaestrada-Zeit. Mein Sohn hat mich gefragt, warum einige seiner Schulkolleginnen denn da turnen. Als ich ihm das mit der Freude am Turnen und dem Talent erklärt habe, meinte er nur: „Mama ich kann auch gut turnen. Mit Zahlen, Ideen und Wörtern.“

 

Und in diesem Moment war ich einfach so unglaublich stolz auf ihn. Warum? Er ist wirklich nicht gerade der Sportlichste. Er geht zwar gerne Skifahren oder Radfahren, aber zu viel der Anstrengung ist einfach nicht seines und der Sinn der sportlichen Herausforderung hat sich ihm auch noch nicht erschlossen (Zitat: Mama das ist doch viel zu anstrengend). Er ist aber definitiv sprachlich unglaublich begabt und liebt Mathematik. Seine Ideen und deren Umsetzung sind sagenhaft. Und deshalb bin ich stolz auf ihn. Stolz, dass er um seine Begabungen weiß. Stolz, dass er nicht jemand anderes sein will. Stolz, dass er seinen Wert erkannt hat und stolz, weil er einfach er ist.

 

Und das ist für mich Sonnenklar: Er ist definitiv die beste Version von sich selbst!


Blogeintrag 07

Langeweile

 

Ein Plädoyer für mehr Langeweile, so ähnlich könnte dieser Eintrag heißen.

 

Duden definiert die Langeweile als ein unangenehmes Gefühl. Wikipedia spricht davon, dass es durch unfreiwilliges Nichtstun hervorgerufen wird. Alles in allem eine negative Bewertung, etwas das in unserem Leben nicht vorkommen sollte und wogegen man etwas unternehmen muss. Weshalb ich trotzdem ein Freund der Langeweile bin, vor allem der Langeweile von Kindern? Weil es bewiesen ist, dass die gepflegte Langeweile die Kreativität fördert und wer möchte nicht gerne kreative Kinder? Meine Kinder lieben es zu experimentieren, Neues zu erfinden und können aus scheinbar nichts die tollsten Dinge kreieren. Ich liebe es ihnen dabei als stiller Teilnehmer zu zu sehen und bin immer wieder aufs Neue fasziniert, was dabei herauskommt. Wir lieben die unverplante, langweilige Zeit in der wir einfach ein bisschen spazieren, lesen oder tun wonach uns der Sinn steht. Den Satz: „Mama mir ist soooo langweilig!“, habe ich bisher noch keine fünfmal gehört und ich wünsche mir, dass das so bleibt. Und wenn nicht?

 

 

Sonnenklar, dann will ich voller Liebe darauf antworten: „Ach wie schön mein Schatz!“


Blogeintrag 06

Ich hau ab nach Panama

 

Mein Großer hatte zum Schulschluss eine tolle Schulaufführung mit Musicals und Theater. Eines der Lieder hieß „Ich hau ab nach Panama“. Der Refrain lautete zu Beginn ich hau ab nach Panama, wieso, weshalb bin ich noch da und nicht schon längst in Panama.

An Tagen wie heute frag ich mich das auch. Was ich mit Tagen wie heute meine? Wenn die Kinder schon früh morgens, also vor dem Zähneputzen streiten und sich Schimpfwörter um die Ohren knallen. Wenn ich dreimal die Küche wische, weil Experimente durchgeführt wurden, verboten nach dem ersten Mal versteht sich. Wenn der Große zu Mittag lesen will und der Kleine bei jedem Bissen „Wäh!“, schreit. Wenn die Kinder sich bei Oma und Opa gewaltig daneben benehmen. Wenn jede logische Konsequenz mit schreien, weinen und aus dem Haus springen kommentiert wird. Wenn das Kind im Wutanfall die Spiele durch das Wohnzimmer schmeißt. Wenn der Große mir mein Sch-Wort vorhält (zu Recht wohlgemerkt), aber den Balken im eigenen Auge nicht sieht. Wenn das Geklapper der Tastatur anscheinend beim Schlafen stört. Wenn das fünfzigste (nein keine Übertreibung) Mal ich kann nicht schlafen gebrüllt wird.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und ich denke jede Mama kann ihre eigene Geschichte erzählen. An solchen Tag bin ich mir nicht sicher, ob ich schreien weinen oder ausziehen soll. Und ja, Panama klingt wirklich wunderbar, es reicht aber auch Bregenz, Wien, London oder das verschlossene Badezimmer.

Wirklich dankbar bin ich Gott an solchen Tagen für die Nacht. Denn wenn die Kinder friedlich schlafen und zuckersüß aussehen singe ich:

 

 

Sonnenklar: Ich hau nicht ab nach Panama, ich bleibe noch ein bisschen da und hau dann ab nach Panama!


Blogeintrag 05

18 summers is all that we get

 

Auf einem englischen Blog habe ich das letzte Mal diesen Satz: „18 Sommer ist alles was wir bekommen werden“, gelesen und er hat mich nachdenklich gemacht. Denn jedes Jahr am Schulschluss habe ich eine kurze Phase in der ich mich vor den Sommerferien fürchte. Nicht weil ich meine Kinder nicht lieben würde oder weil sie mir lästig sind, sondern weil ich dann auf meine freien Vormittage verzichten muss und somit auch auf meine Verschnaufpausen. Diese kinderfreien Vormittage ermöglichen es mir aber auch mal auf mich zu schauen, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und lassen mich über vieles am Nachmittag hinweg lächeln. Habe ich meine Angst überwunden, freue ich mich auf die gemeinsame, unverplante Zeit mit meinen Jungs. Wir kuscheln am Morgen lange im Bett, lesen viel, sind viel draußen unterwegs und genießen unsere Familie. Die Kinder werden größer und die Bedürfnisse ändern sich. Wo sie jetzt noch voller Freude mit mir im Schwimmbad kuscheln und schwimmen, sind in einigen Jahren die Freunde wichtig. Wo sie sich jetzt noch über jeden Ausflug freuen, wird in der Pubertät vielleicht gejammert. Und irgendwann werden aus meinen kleinen Jungs große Männer. 18 Sommer sind 162 Wochen Sommerferien und was anfangs so lange erscheint, wird rückblickend als viel zu kurz empfunden werden.

 

 

Sonnenklar: Ich will jeden Sommer und jeden anderen Tag mit meiner Familie genießen – so gut es eben geht.


Blogeintrag 04

 

BIKEN – MAMASEIN – SELBSTLIEBE

 

Nachdem beide Kinder nacheinander krank waren und ich die Tage nur noch mit einem der Beiden auf der Couch verbrachte, wurde dann auch noch mein Mann krank. Ich war durch schlechte Nächte und anstrengende Tage schon ziemlich am Ende meiner Kräfte. Dennoch hab ich mich aufgerafft und bin an einem sonnigen Vormittag auf mein Mountainbike gestiegen und habe das Lazarett hinter mir gelassen. Ich fuhr bergauf durch Wiesen und Wälder, hab der Stille zugehört und nach und nach wurde es mir wieder leicht ums Herz. Und dann wurde mir klar, dass biken und Mamasein einige Gemeinsamkeiten haben.

Manchmal genießt man einfach die Natur, hört selig dem Vogelgezwitscher zu, freut sich am Geruch der frisch gefällten Bäume und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Oder man genießt den Fahrtwind während es mit Leichtigkeit bergab geht. Dann hingegen kommen gewaltige Steigungen, bei denen man „beißen“ muss, sich Meter für Meter nach oben kämpft, der Puls sich beschleunigt und man weiter strampelt, obwohl man das Gefühl hat, dass man nicht mehr kann. Vielleicht kennt man die Strecke schon und weiß, dass die Plagerei bald ein Ende hat. Man fokussiert sich auf den Weg, schaut nicht nach links oder rechts und kämpft. Wenn die starke Steigung in ein normales Bergauf übergeht, atmet man ruhig und bewusst ein, versucht den Puls zu beruhigen und gibt gut auf die Körpersignale acht.

 

Ist es nicht genau so beim Mama sein? Da gibt es Phasen, in denen alles mit Leichtigkeit von der Hand geht. Die Beziehung zu den Kindern ist gut, die Erziehung funktioniert, die Hausaufgaben werden von selbst erledigt und das Leben fühlt sich leicht an. Dennoch wissen wir alle, dass die nächste Steigung schon hinter der nächsten Kurve lauert. Die Steigungen im Mama sein sind häufig und vielfältig. Sie reichen von kranken Kindern, zu übermüdeten Müttern, von Gefühlen der Überforderung, zu Hilflosigkeit, von Herausforderungen in Schule oder Ehe bis zu Problemen in der Herkunftsfamilie. Wir kämpfen uns bis zum Abend durch, obwohl wir denken unsere Kraft reicht nicht mehr. Wir geben unser Bestes, das dennoch oft nicht zu reichen scheint. Und wenn die Schwierigkeit, dann überwunden ist, ist es wichtig auf uns selbst zu achten. Wie geht es mir? Was braucht mein Körper, mein Geist oder meine Seele? Was kann ich mir Gutes tun? Wo kann ich mir Hilfe holen? Was kann ich tun, bis es wieder mit Leichtigkeit bergab geht?

 

Mein Biken war die dringend benötigte Auszeit, war Ruhe für die Seele und die anschließende heiße Dusche eine Wohltat für den Körper.

 

Es ist sonnenklar: Gelebte Selbstsorge und Selbstliebe ist gelebte Liebe zur Familie.

 


Blogeintrag 03

Termine über Termine

 

Immer wieder habe ich den Vorsatz, das Leben bewusst leben zu wollen, mit möglichst wenig Terminen, dafür aber viel frei einteilbare Zeit.

Und dann - wumm – „Willkommen in der Realität!“.

 

Aus einer gut geplanten Woche mit genügend Freiraum, wird eine Woche, in der ich die weißen Zeilen meines Terminplaners beinahe nicht mehr sehen kann.

 

Also sage ich Termine ab oder verschiebe sie, sortiere sie nach Wichtigkeit.

 

Die Frage ist: Wo sind all die Vorsätze hin? Wie kommt es, dass die Angebote dieser Welt es so einfach ins Haus schaffen? Ungefiltert? Keineswegs - aber auch das Gute wird irgendwann zu viel und nimmt dem Besten den Platz weg. Bin ich zu reflektiert? Nein, nur wachsam. Bin ich nicht belastungsfähig? Nein, nur nicht mehr gewillt nur zu funktionieren. Bin ich zu wählerisch? Nein, aber wir haben nur dieses eine Leben und das will ich nach Gottes Plan für uns versuchen zu leben. Und der ist nicht gut, sondern der Beste!!!

 

Für mich sonnenklar: Ich muss wachsam sein, denn sonst ist unser Terminkalender ständig zugepflastert. 

 


Blogeintrag 02

Blog Sprache – Klappe die zweite

 

Irgendwie hat sich ein Sandkorn in mein Bett geschlichen. Und so klein es auch war, bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, weil mir mein Fußrücken weh tat. Was das mit Sprache zu tun hat?

 

Unsere Worte mögen noch so klein sein, dennoch ist die Macht, die sie inne haben immens. Nicht umsonst warnt uns die Bibel so oft vor unserer eigenen Zunge, wie zum Beispiel in Sprüche 18 Vers 21, wo es heißt: „Worte haben Macht. Sie können über Leben und Tod entscheiden“. Wenn das schon in unserem ganzen Leben gilt, wie viel mehr Gewicht haben Worte dann in unserer Erziehung. Psychotherapeuten können hiervon sicher ein Lied singen. Und kennt nicht jeder von uns Erwachsene, die immer noch unter dem Einfluss der Worte von früher stehen? Eine Frau, schlank und hübsch, zieht auch als Mutter und Ehefrau noch keine enganliegenden T-Shirts an, weil der Ex-Freund ständig ihren Bauch kritisiert und als zu dick bezeichnet hat. Da nützt es auch nichts, dass der Ehemann seit Jahren versucht das Bild gerade zu rücken.

 

Das Sandkorn in meinem Bett hat mich an einer empfindlichen Stelle getroffen. Hätte es mir nachts in meine Hornhaut gepikst oder in eine weiche Stelle, dann hätte ich es vermutlich nicht einmal bemerkt. Je enger die Beziehung, desto mehr treffen wir einander an empfindlichen Stellen, bewusst oder unbewusst.

 

Ich will meinen Kindern von Herzen sagen, dass sie wertvoll sind, dass sie geliebt und gut sind, genauso wie sie sind. Manchmal kostet es mich viel Kraft meine Zunge zu hüten, an manchen Tagen schaffe ich es vielleicht nicht. Dennoch habe ich das Ziel vor Augen, klar definiert, und will mich durch kleine Ausreißer nicht vom eigentlichen Ziel abbringen lassen. Deshalb liebe ich folgendes Zitat:

 

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal“.

 

Ich will meinen Blick schärfen und auf meine Gedanken achten. Soviel zeichnet sich schon in meinem Kopf ab, was nachher aus meinem Mund kommt. Und dennoch darf ich gnädig mit mir und meinen Kindern sein. Wir sind auf dem Weg.

 

Sonnenklar:  Wir sind nicht wie Jesus, wollen ihm aber dennoch – auch sprachlich und vor allem herzenstechnisch – immer ähnlicher werden.


Blogeintrag 01

Blogeintrag zur Vertrauenspädagogik

 

Als ich meinen letzten Artikel in SONNE IM HAUS Ausgabe 01/2019 zur Vertrauenspädagogik nach Heinz Etter gerade fertig geschrieben hatte, bot sich bei mir zuhause die perfekte Gelegenheit für ein Praxistraining.

 

Folgende Situation: Unser Sohn Simeon kam vom Kindergarten nach Hause und war sehr schlecht gelaunt. Nach dem Mittagessen ließ er seine Wut und Aggression, sowohl verbal, als auch körperlich, an seinem großen Bruder und an mir aus. Ich wies ihn liebevoll aber konsequent in die Schranken und machte ihm klar, dass wir ein solches Verhalten in unserer Familie nicht dulden. Gefruchtet hat dies aber alles nicht, worauf mir nach einer gefühlten Ewigkeit wirklich der Geduldsfaden gerissen ist und ich den tobenden Simeon aus dem Zimmer trug. Eigentlich wollte ich ihn, bis er sich wieder beruhigt hat, alleine in sein Zimmer schicken, ging jedoch dann doch mit ihm. Wir setzten uns gemeinsam auf sein Bett. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich sein Verhalten so nicht dulde und er, solange er sich nicht beruhigt hat, nicht wieder zurück kann. Nach langem Schreien und Toben seinerseits und viel Ruhe (wohl direkt vom Himmel gesandt) meinerseits, kuschelte er sich dann an mich und fing an zu schluchzen. Er erzählte mir, dass er im Kindergarten ausgelacht wurde und wie sehr ihn das verletzte. Dabei dachte ich mir: „Gott sei Dank habe ich ihn nicht alleine in sein Zimmer geschickt!“. So konnte ich ihn trösten und nach einer Weile kehrten wir wieder ins Wohnzimmer zurück. Er entschuldigte sich bei Timoteo und der ganze Nachmittag verlief friedlich ab.

 

Hätte ich ihn zu Mittag allein in sein Zimmer geschickt, wäre mir so viel entgangen. Ich hätte aus reiner Wut und Verzweiflung gehandelt und er wäre mit seiner Trauer, die hinter der Aggression versteckt war, alleine geblieben und wäre sogar noch dafür bestraft worden. Letztlich hätte dies unsere Beziehung geschwächt, so jedoch wurde durch diese Situation und durch mein Verhalten unsere Mutter-Kind-Beziehung gestärkt. Ich konnte Simeon in seiner Trauer begleiten, ihn bestärken in seinem Charakter, ihn liebevoll auffangen und zeigte ihm dennoch, dass dieses Verhalten in unserer Familie keinen Platz hat.

 

 

Für mich Sonnenklar: Gott hatte seine Finger im Spiel. Und da kann es nur gut werden.