BLOG : Sonnenklar

Dr. Martina Marte schreibt den Blog von SONNE IM HAUS 

Stärkende, ermutigende, auferbauende, aus dem Leben kommende Texte über das Muttersein und das Familienleben!

Familie Marte

Wir, das sind meine drei Männer und ich.

Mit dem großen der Männer, Christoph, bin ich seit 2010 glücklich und herausfordernd verheiratet. Wir haben uns in einem kleinen Bergdorf in Vorarlberg (seiner Heimatgemeinde) ein Haus gebaut. 2011 und 2013 sind dann die zwei kleinen Männer Timoteo Elia und Simeon Immanuel in unser Leben getreten und haben es auf wunderbare Weise auf den Kopf gestellt. Mein Mann arbeitet in der Automobilbranche, ich bin ursprünglich Ärztin, jetzt aber Vollzeit-Mama von ganzem Herzen. Wir sind so unterschiedlich wie es nur sein kann und trotzdem ein super Team. Zu unterschiedlichen Anteilen lieben wir Skifahren und Wandern, Klettern und Radfahren, Bücher und Lesen, gutes Essen und Musik, Malen und Schreiben, Technik und Rätsel, Ehrlichkeit und Reflektieren, gute Gespräche und Freundschaften. In einer Sache sind wir uns aber einig – wir lieben Jesus!

 

 


Blogeintrag 26

Schuhregal

 

Irgendwo habe ich mal gehört, dass sich gute Gewohnheiten nach sechs Wochen einspielen. Ha, die kennen meine Kinder nicht! Seit Jahren – nein keine Übertreibung – sage ich täglich beim Nachhausekommen: „Wo wohnen die Schuhe?“. Man könnte meinen, schlau wie die Jungs sind, ersparen sie sich dieses Gejammer der Mutter und gehen den leichten Weg. Sprich sie räumen ihre Schuhe ins Regal. Weit gefehlt! Letzte Woche habe ich beim Schweden ein Schuhregal gekauft und selbst aufgebaut. Als mein Sohn das neue Möbelstück sah meinte er nur: „Schon wieder ein Schuhregal und jetzt sag bloß Mama da sollen wir unsere Schuhe rauf stellen.“

„ Ja mein geliebtes Kind, so soll das sein und ich freue mich darüber, dass dir zumindest der Sinn eines Schuhregal bekannt ist.“ An der Umsetzung werden wir noch arbeiten, denn bis jetzt ist mir noch keine Studie untergekommen, dass es gefährlich ist seine Schuhe auf Metallstäbe zu stellen. In meinen Augen stirbt man an solchen Tätigkeiten nicht, in den Augen unserer Söhne wäre dies denkbar. Vielleicht sollte ich heute, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen, mich theatralisch vors Schuhregal werfen und schnappatmen. Wenn sie die Schuhe ab sofort nicht selbst aufs Regal stellen, dann haben wir wenigstens alle etwas zu lachen. Vielleicht besteht dann die Hoffnung, dass sie irgendwann auf dem Weg ins Erwachsenenleben die Schuhe an den richtigen Ort stellen. 

 

 

Sonnenklar – im Himmel gibt’s für meine Jungs sicher keine Schuhregale!


Blogeintrag 25

Löcher

 

Ich will kein Donut sein

 Jeder kennt Donuts, das amerikanische Gebäck mit dem Loch in der Mitte. Sie erinnern mich an uns Menschen. Viele von uns haben wie Donuts Löcher in der Mitte. Nur sind sie in unserem Leben keine Hilfe, sondern Hindernisse, auch wenn wir uns dieser Löcher gar nicht bewusst sind. Mit aller Kraft bemühen wir uns diese Löcher zu füllen, jeder auf seine Art. Die eine kauft immer das Neueste und ist doch nie zufrieden und angekommen. Die andere arbeitet mehr als sie leisten kann, und es reicht doch nie. Wieder eine andere hat täglich Sex und fühlt sich doch nie bedingungslos geliebt. Eine macht ständig Sport und findet sich beim Blick in den Spiegel dennoch nicht schön.

Viele Beispiele gibt es in unserem Umfeld, nur wo liegt unser Loch und mit was versuchen wir es zu füllen? Hier lohnt es sich hinzusehen, den Bestand ehrlich und schonungslos aufzunehmen und ihn dann vor Gott zu bringen. Jede von uns hat ein Päckchen abbekommen aber keine von uns muss es alleine tragen. Denn da gibt es den einen, der mir den Rucksack abnimmt. Der mit mir weint über meinen Mangel und ihn dann behebt. Der mich kennt und mich versteht. Der mich in meiner Wut und meiner Trauer nicht alleine lässt. Der meine Löcher besser kennt als jeder andere.

Den einen und den einzigen der meine Löcher zu füllen vermag.

  

Sonnenklar: mit Gott müssen wir keine Donuts mehr sein!


Blogeintrag 24

Bella Donna

 

Neulich beim Radfahren ist mir am Wegesrand eine Pflanze aufgefallen, die Bella Donna oder auch schwarze Tollkirsche genannt wird. Übersetzt heißt es so viel wie schöne Frau und gerade früher wurde die Pflanze von Frauen zu Schönheitszwecken verwendet. Denn die Pflanze vergrößert die Pupillen und das war irgendwann einmal ein Schönheitsideal.

Mein erster Gedanke war: „Die hatten es ja ganz schön einfach.“ Heutzutage gibt es keine Pflanze für all die Anforderungen, die auch äußerlich an uns Frauen gestellt werden. Wo bitte wächst dieses Ding, dass uns knackige, straffe 90-60-90 beschert? Die unsere Cellulite und Dehnungsstreifen verschwinden lässt? Oder unsere Kilos schmelzen lässt und uns zeitgleich in konditionsstarke, muskulöse Sportlerinnen verwandelt?

Viel besser wäre es doch, es würde irgendwo eine Pflanze wachsen, die uns bei Einnahme unseren Wert zeigt, unsere Schönheit. Die uns zeigt, wie Gott uns geschaffen hat, nämlich nach seinem Abbild und in diesem Falle perfekt. Die uns hilft den Blick liebevoll und gnädig auf unsere Schwächen zu lenken und sie zu umarmen. Eine Pflanze, die es möglich macht, dass wir unseren Körper und unser Inneres lieben.

Wie gut, dass es sie bereits gibt.

Gott, ist es, der uns diesen Blick schenken kann und auch will. Er ist es, der um unseren Wert weiß, auch -und gerade - wenn wir nicht dem heutigen Schönheitsideal entsprechen. Er kann unser Herz in Einklang bringen mit unseren Gedanken, die wissen, dass diese Ideale nichts mit der Realität zu tun haben. Er kann uns verändern, dass wir uns anzunehmen wissen innerlich und äußerlich. Er ist es der uns strahlen lässt, wenn wir uns im Spiegel erblicken. Er ist es, der in uns wohnt und wie könnten wir da nicht schön sein.

 

 

Sonnenklar – Gott ist besser als jede Tollkirsche. 


Blogeintrag 23

FERIEN

 

Immer im Gottesdienst zum Schulschluss singen die Kinder dieses eine Lied: „Ferienzeit, das ist die beste Zeit“ ,heißt es dort so schön.

Nur wie kann es für uns Mütter auch zu der besten Zeit des Jahres werden?

Für mich stellen die Ferien immer wieder eine Herausforderung dar. Inzwischen habe ich aber schon einiges dazulernen dürfen. Die größte Errungenschaft ist es alles darf sein aber nichts muss.

Ich will den Freizeitstress der Jahre davor nicht mehr in meinem Leben haben. Wenn sich das Wetter dazu eignet machen wir großartige Ausflüge und gehen auch ins Schwimmbad, aber keineswegs täglich und auch nicht wöchentlich. Wir richten uns da nach unseren Bedürfnissen und da gehören auch meine dazu. Was nützt es mir immer nur den Kindern zuliebe in ein Freibad zu gehen und dort überhaupt keinen Spaß zu haben, mit einem miesepetrigen Gesicht nach jeder Rutschpartie mir das Wasser aus dem Gesicht zu wischen  und die Minuten zu zählen bis wir wieder nach Hause können. Niemand ist geholfen, wenn wir Mütter unsere eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlieren oder ignorieren. Ich nutze die Ferienzeit auch als Erholung für mich. Ich lese ein paar Seiten, sitze gemütlich mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse und sehe meinen Kindern beim Spielen zu. Wenn meine Akkus dann aufgeladen sind, haben wir auch im Schwimmbad gemeinsam Spaß.

Weniger ist mehr darf gerne unser neues Motto werden. Ich will nicht weitere neun Wochen damit verbringen von einem Event zum nächsten zu hetzen. Während der Schulzeit gibt es für meinen Geschmack Termine genug. Auch die Kinder genießen es, wenn sie es wieder gelernt haben, in den Tag hineinzuleben und sich mit den Nachbarskindern aller Hand Spiele ausdenken. Mal wird aus Blüten Parfüm hergestellt, mal die Fahrräder geölt und dann wieder gehämmert. Das die Alterspanne hierbei von 3 – 8 Jahren geht, macht auf einmal keinen Unterschied mehr. Je mehr Zeit ihnen zur freien Verfügung steht, umso entspannter werden sie mit der Zeit.

Was mir dieses Jahr ein Riesenanliegen war, ist der Haushalt. Deshalb haben wir am Montag immer Familienputztag, an dem auch die Kinder viele Aufgaben übernehmen. Sie fühlen sich gebraucht und wichtig und sind inzwischen eine große Hilfe. Bis es soweit ist, musste ich oft die Augen verschließen und mir einige Kommentare verkneifen. Sollte am Montag das Wetter all zu schön sein, verschieben wir die Hälfte der Hausarbeit dann einfach auf Dienstag, denn alles kann aber nichts muss.

Ich wage zu behaupten, dass dies die schönsten und erholsamsten Ferien für mich als Mama sind.

 

 

Sonnenklar – Freizeitstress ist und bleibt eben auch nur Stress. 


Blogeintrag 22

 

Selbstdisziplin

 

 

 

Ich liebe meine Biketouren. Nicht nur wegen der Stille, der Natur oder der körperlichen Ertüchtigung. Hauptsächlich, weil ich besser beten kann, wenn mein Körper beschäftigt ist. So entstand auch das letzte Gespräch mit Gott:

 

ICH: Herr also ein bisschen Regen wär super, dann könnt ich nämlich heim, denn ich hab keine Lust mehr….

 

GOTT: Dann dreh doch einfach um….

 

Ich: Aber ich bin doch noch nicht am Ziel?

 

GOTT gefühlt grinsend: Ja ich weiß

 

 

Ich bin dann noch ein paar Minuten weiter geradelt den Berg hoch, denn schließlich gibt man ja nicht einfach so auf. Letzten Endes bin ich dann aber wirklich mitten am Berg abgestiegen, hab mich umgezogen und bin heim geradelt.

 

Das Ganze ist für mich völlig untypisch. Normalerweise wäre ich weiter gefahren, Lust und Freude hin oder her, oft auch solange bis ich wirklich weit über meinen Grenzen war. Auf den ersten Blick mag das ja sehr diszipliniert wirken.

 

Was mir aber klar wurde ist, dass man von beiden Seiten vom Pferd fallen kann. Es ist gar nicht so einfach im Sattel, sprich in der Mitte sitzen zu bleiben.

 

 

Manchmal braucht es mehr Disziplin, mehr Planung und sich öfters mal aus der Wohlfühlzone raus zu wagen. Das Haus oder die Wohnung müssen nun mal immer wieder geputzt werden, der Kühlschrank füllt sich nicht von alleine und die Bikinifigur ohne Aufwand bleibt für die meisten von uns Utopie.

 

Dann gibt es Zeiten da braucht es mehr Freiheit, mehr unverplante Zeit und das Eingeständnis, dass die ständige Grenzüberschreitung nicht Disziplin, sondern mangelnde Selbstliebe ist.

 

Immer wieder dürfen wir uns reflektieren, in diesem Bereich dazulernen und Neues wagen. All das mit der Gewissheit, dass wir trotz unserer Fehler und unserem seitlich vom Pferd hängen von Gott zutiefst geliebt sind.

 

 

Sonnenklar: meine Biketour – die mach ich dann bei der nächsten Gelegenheit fertig. Oder eben auch nicht……

 

 

 


Blogeintrag 21

 

Neuer Kopf?

 

 

 

 

„Ich brauch einen neuen Kopf, der alte denkt zu viel“, stand neulich auf unserem Kalender. Ich musste von Herzen lachen, denn der Spruch hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

 

Ich bin nicht gerade für meine Leichtigkeit, Naivität oder Spontanität berühmt. Alles wird bis ins kleinste Detail durchdacht, Listen werden erstellt und abgearbeitet, Varianten durchgespielt und wieder verworfen. Was in Sachen Organisation definitiv eine Stärke von mir ist, erweist sich dennoch oft als Stolperfalle. Meist dann, wenn mir das Vertrauen auf Gott und seine Souveränität im Alltag abhanden kommt und ich alles auf meine Schultern lade. Wie oft haben wir das Gefühl alles alleine meistern zu müssen? Die Welt liegt auf den Schultern der Mütter, könnte man sagen. Wir müssen an alles denken, für alle Familienmitglieder mitplanen und einpacken. Müssen wir wirklich oder tun wir es nur?

 

Unsere Schule geht in regelmäßigen Abständen in die Bücherei um dort Bücher auszuleihen. Bis jetzt habe ich immer die Bücher der Kinder gesucht, gezählt und in den Rucksack gepackt. Gestern habe ich beschlossen, dass das nicht mein Job ist. Mein Job als Mutter wäre es meine Kinder auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten, nicht ihnen alles abzunehmen. Somit fällt der Büchereibesuch als Punkt weg, an den ich denken muss. Wenn ich meine Gedanken ganz ehrlich unter die Lupe nehme, muss ich mir eingestehen, dass viele davon unnütz und nicht hilfreich sind. Ich will und darf hier lernen besser auf mein Herz und meine Gedanken zu achten, denn von ihnen geht das Leben aus, sagt die Bibel.

 

 

Sonnenklar – ich brauche keinen neuen Kopf, es reicht den alten zu entrümpeln.

 


Blogeintrag 20

 Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man mit Geld nicht kaufen

 

 Mein Mann und ich waren zum ersten Mal seit langem wieder auf einer richtigen Bergtour. Die Temperatur war ideal, das Wetter perfekt, die drei Gipfel ein Traum. Unsere Gespräche waren voller Tiefe, die gemeinsame Zeit zu zweit ein Hochgenuss. Am dankbarsten waren wir aber für meine erstaunlich gute Kondition und meine stabile Gesundheit derzeit. Jahrelang waren unsere Freizeitaktivitäten entweder gar nicht erst möglich oder stark eingeschränkt durchführbar. Meine Krankheit hat den Ton angegeben, und der war leider in Moll statt in Dur.

 

Derzeit aber geht es mir gut, ich habe Energie, genug Gewicht und Kraft für Sport und die ganze Familie genießt das alles in vollen Zügen. Wir sind Gott dankbar für dieses Geschenk und uns wird immer mehr bewusst, dass man die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht kaufen kann. Das sind Dinge wie Zeit, Gesundheit, Freundschaften, Kinder, Ehepartner, Vertrauen, Respekt und Zuneigung.

 

Genau aus diesem Grund liegt meine Karriere als Ärztin immer noch auf Eis. Ich will meinen derzeitigen Zustand genießen dürfen, meine Tage mit Dingen füllen die meinem Herzen, meiner Seele und meinem Körper guttun. Ich liebe die freien Vormittage, die ich nach Lust und Laune verbringe. Ich freue mich auf die meist stressfreien Nachmittage mit meinen Kindern und den Abend mit meinem Mann. Ich bin glücklich zuhause und dankbar, dass es mir gut geht. Da verzichte ich auch gerne noch eine Weile auf die Anerkennung außer Haus und den guten Gehalt.  

 

Denn es ist sonnenklar – die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man nicht kaufen.

 


Blogeintrag 19