BLOG - Sonnenklar

Dr. Martina Marte schreibt den neuen Blog von SONNE IM HAUS 

Stärkende, ermutigende, auferbauende, aus dem Leben kommende Texte über das Muttersein und das Familienleben!

Familie Marte

Wir, das sind meine drei Männer und ich.

Mit dem großen der Männer, Christoph, bin ich seit 2010 glücklich und herausfordernd verheiratet. Wir haben uns in einem kleinen Bergdorf in Vorarlberg (seiner Heimatgemeinde) ein Haus gebaut. 2011 und 2013 sind dann die zwei kleinen Männer Timoteo Elia und Simeon Immanuel in unser Leben getreten und haben es auf wunderbare Weise auf den Kopf gestellt. Mein Mann arbeitet in der Automobilbranche, ich bin ursprünglich Ärztin, jetzt aber Vollzeit-Mama von ganzem Herzen. Wir sind so unterschiedlich wie es nur sein kann und trotzdem ein super Team. Zu unterschiedlichen Anteilen lieben wir Skifahren und Wandern, Klettern und Radfahren, Bücher und Lesen, gutes Essen und Musik, Malen und Schreiben, Technik und Rätsel, Ehrlichkeit und Reflektieren, gute Gespräche und Freundschaften. In einer Sache sind wir uns aber einig – wir lieben Jesus!

 

 


Blogeintrag 01

Blogeintrag zur Vertrauenspädagogik

 

Als ich meinen letzten Artikel in SONNE IM HAUS Ausgabe 01/2019 zur Vertrauenspädagogik nach Heinz Etter gerade fertig geschrieben hatte, bot sich bei mir zuhause die perfekte Gelegenheit für ein Praxistraining.

 

Folgende Situation: Unser Sohn Simeon kam vom Kindergarten nach Hause und war sehr schlecht gelaunt. Nach dem Mittagessen ließ er seine Wut und Aggression, sowohl verbal, als auch körperlich, an seinem großen Bruder und an mir aus. Ich wies ihn liebevoll aber konsequent in die Schranken und machte ihm klar, dass wir ein solches Verhalten in unserer Familie nicht dulden. Gefruchtet hat dies aber alles nicht, worauf mir nach einer gefühlten Ewigkeit wirklich der Geduldsfaden gerissen ist und ich den tobenden Simeon aus dem Zimmer trug. Eigentlich wollte ich ihn, bis er sich wieder beruhigt hat, alleine in sein Zimmer schicken, ging jedoch dann doch mit ihm. Wir setzten uns gemeinsam auf sein Bett. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich sein Verhalten so nicht dulde und er, solange er sich nicht beruhigt hat, nicht wieder zurück kann. Nach langem Schreien und Toben seinerseits und viel Ruhe (wohl direkt vom Himmel gesandt) meinerseits, kuschelte er sich dann an mich und fing an zu schluchzen. Er erzählte mir, dass er im Kindergarten ausgelacht wurde und wie sehr ihn das verletzte. Dabei dachte ich mir: „Gott sei Dank habe ich ihn nicht alleine in sein Zimmer geschickt!“. So konnte ich ihn trösten und nach einer Weile kehrten wir wieder ins Wohnzimmer zurück. Er entschuldigte sich bei Timoteo und der ganze Nachmittag verlief friedlich ab.

 

Hätte ich ihn zu Mittag allein in sein Zimmer geschickt, wäre mir so viel entgangen. Ich hätte aus reiner Wut und Verzweiflung gehandelt und er wäre mit seiner Trauer, die hinter der Aggression versteckt war, alleine geblieben und wäre sogar noch dafür bestraft worden. Letztlich hätte dies unsere Beziehung geschwächt, so jedoch wurde durch diese Situation und durch mein Verhalten unsere Mutter-Kind-Beziehung gestärkt. Ich konnte Simeon in seiner Trauer begleiten, ihn bestärken in seinem Charakter, ihn liebevoll auffangen und zeigte ihm dennoch, dass dieses Verhalten in unserer Familie keinen Platz hat.

 

 

Für mich Sonnenklar: Gott hatte seine Finger im Spiel. Und da kann es nur gut werden.


Blogeintrag 02

Blog Sprache – Klappe die zweite

 

Irgendwie hat sich ein Sandkorn in mein Bett geschlichen. Und so klein es auch war, bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, weil mir mein Fußrücken weh tat. Was das mit Sprache zu tun hat?

 

Unsere Worte mögen noch so klein sein, dennoch ist die Macht, die sie inne haben immens. Nicht umsonst warnt uns die Bibel so oft vor unserer eigenen Zunge, wie zum Beispiel in Sprüche 18 Vers 21, wo es heißt: „Worte haben Macht. Sie können über Leben und Tod entscheiden“. Wenn das schon in unserem ganzen Leben gilt, wie viel mehr Gewicht haben Worte dann in unserer Erziehung. Psychotherapeuten können hiervon sicher ein Lied singen. Und kennt nicht jeder von uns Erwachsene, die immer noch unter dem Einfluss der Worte von früher stehen? Eine Frau, schlank und hübsch, zieht auch als Mutter und Ehefrau noch keine enganliegenden T-Shirts an, weil der Ex-Freund ständig ihren Bauch kritisiert und als zu dick bezeichnet hat. Da nützt es auch nichts, dass der Ehemann seit Jahren versucht das Bild gerade zu rücken.

 

Das Sandkorn in meinem Bett hat mich an einer empfindlichen Stelle getroffen. Hätte es mir nachts in meine Hornhaut gepikst oder in eine weiche Stelle, dann hätte ich es vermutlich nicht einmal bemerkt. Je enger die Beziehung, desto mehr treffen wir einander an empfindlichen Stellen, bewusst oder unbewusst.

 

Ich will meinen Kindern von Herzen sagen, dass sie wertvoll sind, dass sie geliebt und gut sind, genauso wie sie sind. Manchmal kostet es mich viel Kraft meine Zunge zu hüten, an manchen Tagen schaffe ich es vielleicht nicht. Dennoch habe ich das Ziel vor Augen, klar definiert, und will mich durch kleine Ausreißer nicht vom eigentlichen Ziel abbringen lassen. Deshalb liebe ich folgendes Zitat:

 

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal“.

 

Ich will meinen Blick schärfen und auf meine Gedanken achten. Soviel zeichnet sich schon in meinem Kopf ab, was nachher aus meinem Mund kommt. Und dennoch darf ich gnädig mit mir und meinen Kindern sein. Wir sind auf dem Weg.

 

Sonnenklar:  Wir sind nicht wie Jesus, wollen ihm aber dennoch – auch sprachlich und vor allem herzenstechnisch – immer ähnlicher werden.