BLOG : Sonnenklar

Dr. Martina Marte schreibt den Blog von SONNE IM HAUS 

Stärkende, ermutigende, auferbauende, aus dem Leben kommende Texte über das Muttersein und das Familienleben!


Blogeintrag 28

 

Ein offener Brief an den Corona Virus

 

 Lieber Covid-19,

 

 

heute will ich dir einen offenen und ehrlichen Brief schreiben und mit dir abrechnen. 

 

Du wirst nicht wissen wer ich bin, aber ich kenn dich und deine Auswirkungen auf mein Leben inzwischen besser als mir lieb ist.

 

Deshalb folgendes:

Du hast mir meine freien Vormittage geraubt.

Du hast mir meinen Frieden und meine Gelassenheit genommen und in Stress und Unsicherheit verwandelt.

Du hast mich um etliche Gespräche, amüsante Mädelsabende und ruhige Auszeiten gebracht.

Du hast mir mein fein säuberlich organisiertes Leben über den Haufen geworfen und mich zu Flexibilität gezwungen.

Du hast mir mein über lange Zeit antrainiertes Bibellesen, Tagebuch schreiben und Gebet am Morgen von heute auf Morgen abtrainiert und mich alles vergessen lassen.

 

Aber sei dir gewiss, ich werde mich nicht unterkriegen lassen. Du rechnest am besten schon mit meinem Aufstieg aus der Asche, mit meinem Wiederkommen in aller Kraft oder wie man auf Englisch so schön sagt: I´m a force to be reckoned with.

 

Denn ich kenn da einen! Und du, lieber Corona, kennst ihn auch.

Ich kenn da einen, der meine freien Vormittage liebt, denn da treffe ich mich mit ihm.

Ich kenn da einen, der Stress und Unsicherheit in Frieden und Gelassenheit verwandeln kann.

Ich kenn da einen, der sein Leben für seine Freunde gegeben hat.

Ich kenn da einen, der hat das Chaos der Welt geordnet.

Ich kenn da einen, der mich immer wieder anspornt gute Gewohnheiten zu trainieren.

 

Wird es mich Kraft kosten? Ja, aber ich kenn da einen, der hat unendlich Kraft.

Wird mir der Weg zu schwierig erscheinen? Ja, aber ich kenn da einen, der mir verspricht im finsteren Tal bei mir zu sein.

Werde ich an der Zukunft zweifeln und die Hoffnung verlieren? Ja, aber ich kenn da einen, der nur Gutes für mich im Sinn hat.

 

Sonnenklar – ich kenn den EINEN und der ist die Kraft, mit der man besser rechnen sollte.

 


Blogeintrag 27

 

Ich will mein altes Leben zurück!

 

 

Ich will mein altes Leben zurück. Mein Leben ohne Homeschooling, ohne ständige Veränderung, ohne zu wenig Luft zum Atmen und zu wenig Pausen. Dieses stinklangweilige, eintönige und vorhersehbare Leben will ich – jetzt sofort und gleich. Bitte!

 

Ja, ich habe mal kurz die Krise mit Corona, wegen Corona – alles nur noch Corona.

 

Auch früher war mir bewusst, dass nichts fix ist und sich alles ändern kann, dass meine Pläne nicht in Stein gemeißelt sind und jeden Tag etwas passieren kann und meine Pläne komplett ändert. Nur war das früher eher Theorie und derzeit ist es gängige Praxis.

 

Nicht jeder kann sich im Handumdrehen auf neue Dinge einzustellen. Klar, wäre jetzt irgendwie die Gelegenheit es zu lernen. Die Gelegenheit, die Dinge gelassen zu nehmen, Gott alles zu überlassen, und voller Vertrauen auf ihn zu blicken. Viele Wände und Kalender ziert das Gelassenheitsgebet: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Aber ehrlich gesagt war mir das schon immer ein Rätsel. Ich liebe meine Pläne, und versuche sie, mit Gott abzusprechen. Ich liebe meine Listen und die kleinen Häkchen. Ich liebe meinen Alltag und meine Routine. Es hilft mir, zur Ruhe und zu Gott zu kommen.

 

 

Nur bringt dieses Gejammer mich nicht weiter. Also was tun?

 

 

Vielleicht sollte ich dieses Gebet doch an meine Kühlschranktür hängen und solange lesen, bis ich es verstehe. Vielleicht sollte ich gnädiger mit mir und meinen Vorstellungen sein. Vielleicht plane ich mir trotz all dem Wahnsinn, kleine Auszeiten in der Badewanne ein. Vielleicht sollte ich meinen Kindern ein Telefon kaufen, damit ich wenigstens eine Viertelstunde alleine spazieren gehen kann. Und vielleicht sollte ich mir vor Augen halten, dass Gott in jeder Situation bei mir ist und dass er souverän ist. Vielleicht ist es an der Zeit im Vertrauen auf ihn einen großen Schritt zu machen und das Leben, so wie es jetzt ist, anzunehmen.

 

 

Sonnenklar – ist mir gerade gar nichts, aber das ändert nichts an dem, wer Gott ist.

 


Blogeintrag 26

Schuhregal

 

Irgendwo habe ich mal gehört, dass sich gute Gewohnheiten nach sechs Wochen einspielen. Ha, die kennen meine Kinder nicht! Seit Jahren – nein keine Übertreibung – sage ich täglich beim Nachhausekommen: „Wo wohnen die Schuhe?“. Man könnte meinen, schlau wie die Jungs sind, ersparen sie sich dieses Gejammer der Mutter und gehen den leichten Weg. Sprich sie räumen ihre Schuhe ins Regal. Weit gefehlt! Letzte Woche habe ich beim Schweden ein Schuhregal gekauft und selbst aufgebaut. Als mein Sohn das neue Möbelstück sah meinte er nur: „Schon wieder ein Schuhregal und jetzt sag bloß Mama da sollen wir unsere Schuhe rauf stellen.“

„ Ja mein geliebtes Kind, so soll das sein und ich freue mich darüber, dass dir zumindest der Sinn eines Schuhregal bekannt ist.“ An der Umsetzung werden wir noch arbeiten, denn bis jetzt ist mir noch keine Studie untergekommen, dass es gefährlich ist seine Schuhe auf Metallstäbe zu stellen. In meinen Augen stirbt man an solchen Tätigkeiten nicht, in den Augen unserer Söhne wäre dies denkbar. Vielleicht sollte ich heute, wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen, mich theatralisch vors Schuhregal werfen und schnappatmen. Wenn sie die Schuhe ab sofort nicht selbst aufs Regal stellen, dann haben wir wenigstens alle etwas zu lachen. Vielleicht besteht dann die Hoffnung, dass sie irgendwann auf dem Weg ins Erwachsenenleben die Schuhe an den richtigen Ort stellen. 

 

 

Sonnenklar – im Himmel gibt’s für meine Jungs sicher keine Schuhregale!


Blogeintrag 25

Löcher

 

Ich will kein Donut sein

 Jeder kennt Donuts, das amerikanische Gebäck mit dem Loch in der Mitte. Sie erinnern mich an uns Menschen. Viele von uns haben wie Donuts Löcher in der Mitte. Nur sind sie in unserem Leben keine Hilfe, sondern Hindernisse, auch wenn wir uns dieser Löcher gar nicht bewusst sind. Mit aller Kraft bemühen wir uns diese Löcher zu füllen, jeder auf seine Art. Die eine kauft immer das Neueste und ist doch nie zufrieden und angekommen. Die andere arbeitet mehr als sie leisten kann, und es reicht doch nie. Wieder eine andere hat täglich Sex und fühlt sich doch nie bedingungslos geliebt. Eine macht ständig Sport und findet sich beim Blick in den Spiegel dennoch nicht schön.

Viele Beispiele gibt es in unserem Umfeld, nur wo liegt unser Loch und mit was versuchen wir es zu füllen? Hier lohnt es sich hinzusehen, den Bestand ehrlich und schonungslos aufzunehmen und ihn dann vor Gott zu bringen. Jede von uns hat ein Päckchen abbekommen aber keine von uns muss es alleine tragen. Denn da gibt es den einen, der mir den Rucksack abnimmt. Der mit mir weint über meinen Mangel und ihn dann behebt. Der mich kennt und mich versteht. Der mich in meiner Wut und meiner Trauer nicht alleine lässt. Der meine Löcher besser kennt als jeder andere.

Den einen und den einzigen der meine Löcher zu füllen vermag.

  

Sonnenklar: mit Gott müssen wir keine Donuts mehr sein!


Blogeintrag 24

Bella Donna

 

Neulich beim Radfahren ist mir am Wegesrand eine Pflanze aufgefallen, die Bella Donna oder auch schwarze Tollkirsche genannt wird. Übersetzt heißt es so viel wie schöne Frau und gerade früher wurde die Pflanze von Frauen zu Schönheitszwecken verwendet. Denn die Pflanze vergrößert die Pupillen und das war irgendwann einmal ein Schönheitsideal.

Mein erster Gedanke war: „Die hatten es ja ganz schön einfach.“ Heutzutage gibt es keine Pflanze für all die Anforderungen, die auch äußerlich an uns Frauen gestellt werden. Wo bitte wächst dieses Ding, dass uns knackige, straffe 90-60-90 beschert? Die unsere Cellulite und Dehnungsstreifen verschwinden lässt? Oder unsere Kilos schmelzen lässt und uns zeitgleich in konditionsstarke, muskulöse Sportlerinnen verwandelt?

Viel besser wäre es doch, es würde irgendwo eine Pflanze wachsen, die uns bei Einnahme unseren Wert zeigt, unsere Schönheit. Die uns zeigt, wie Gott uns geschaffen hat, nämlich nach seinem Abbild und in diesem Falle perfekt. Die uns hilft den Blick liebevoll und gnädig auf unsere Schwächen zu lenken und sie zu umarmen. Eine Pflanze, die es möglich macht, dass wir unseren Körper und unser Inneres lieben.

Wie gut, dass es sie bereits gibt.

Gott, ist es, der uns diesen Blick schenken kann und auch will. Er ist es, der um unseren Wert weiß, auch -und gerade - wenn wir nicht dem heutigen Schönheitsideal entsprechen. Er kann unser Herz in Einklang bringen mit unseren Gedanken, die wissen, dass diese Ideale nichts mit der Realität zu tun haben. Er kann uns verändern, dass wir uns anzunehmen wissen innerlich und äußerlich. Er ist es der uns strahlen lässt, wenn wir uns im Spiegel erblicken. Er ist es, der in uns wohnt und wie könnten wir da nicht schön sein.

 

 

Sonnenklar – Gott ist besser als jede Tollkirsche. 


Blogeintrag 23

FERIEN

 

Immer im Gottesdienst zum Schulschluss singen die Kinder dieses eine Lied: „Ferienzeit, das ist die beste Zeit“ ,heißt es dort so schön.

Nur wie kann es für uns Mütter auch zu der besten Zeit des Jahres werden?

Für mich stellen die Ferien immer wieder eine Herausforderung dar. Inzwischen habe ich aber schon einiges dazulernen dürfen. Die größte Errungenschaft ist es alles darf sein aber nichts muss.

Ich will den Freizeitstress der Jahre davor nicht mehr in meinem Leben haben. Wenn sich das Wetter dazu eignet machen wir großartige Ausflüge und gehen auch ins Schwimmbad, aber keineswegs täglich und auch nicht wöchentlich. Wir richten uns da nach unseren Bedürfnissen und da gehören auch meine dazu. Was nützt es mir immer nur den Kindern zuliebe in ein Freibad zu gehen und dort überhaupt keinen Spaß zu haben, mit einem miesepetrigen Gesicht nach jeder Rutschpartie mir das Wasser aus dem Gesicht zu wischen  und die Minuten zu zählen bis wir wieder nach Hause können. Niemand ist geholfen, wenn wir Mütter unsere eigenen Bedürfnisse aus den Augen verlieren oder ignorieren. Ich nutze die Ferienzeit auch als Erholung für mich. Ich lese ein paar Seiten, sitze gemütlich mit einer Tasse Kaffee auf der Terrasse und sehe meinen Kindern beim Spielen zu. Wenn meine Akkus dann aufgeladen sind, haben wir auch im Schwimmbad gemeinsam Spaß.

Weniger ist mehr darf gerne unser neues Motto werden. Ich will nicht weitere neun Wochen damit verbringen von einem Event zum nächsten zu hetzen. Während der Schulzeit gibt es für meinen Geschmack Termine genug. Auch die Kinder genießen es, wenn sie es wieder gelernt haben, in den Tag hineinzuleben und sich mit den Nachbarskindern aller Hand Spiele ausdenken. Mal wird aus Blüten Parfüm hergestellt, mal die Fahrräder geölt und dann wieder gehämmert. Das die Alterspanne hierbei von 3 – 8 Jahren geht, macht auf einmal keinen Unterschied mehr. Je mehr Zeit ihnen zur freien Verfügung steht, umso entspannter werden sie mit der Zeit.

Was mir dieses Jahr ein Riesenanliegen war, ist der Haushalt. Deshalb haben wir am Montag immer Familienputztag, an dem auch die Kinder viele Aufgaben übernehmen. Sie fühlen sich gebraucht und wichtig und sind inzwischen eine große Hilfe. Bis es soweit ist, musste ich oft die Augen verschließen und mir einige Kommentare verkneifen. Sollte am Montag das Wetter all zu schön sein, verschieben wir die Hälfte der Hausarbeit dann einfach auf Dienstag, denn alles kann aber nichts muss.

Ich wage zu behaupten, dass dies die schönsten und erholsamsten Ferien für mich als Mama sind.

 

 

Sonnenklar – Freizeitstress ist und bleibt eben auch nur Stress. 


Blogeintrag 22