BLOG - Sonnenklar

Dr. Martina Marte schreibt den neuen Blog von SONNE IM HAUS 

Stärkende, ermutigende, auferbauende, aus dem Leben kommende Texte über das Muttersein und das Familienleben!

Familie Marte

Wir, das sind meine drei Männer und ich.

Mit dem großen der Männer, Christoph, bin ich seit 2010 glücklich und herausfordernd verheiratet. Wir haben uns in einem kleinen Bergdorf in Vorarlberg (seiner Heimatgemeinde) ein Haus gebaut. 2011 und 2013 sind dann die zwei kleinen Männer Timoteo Elia und Simeon Immanuel in unser Leben getreten und haben es auf wunderbare Weise auf den Kopf gestellt. Mein Mann arbeitet in der Automobilbranche, ich bin ursprünglich Ärztin, jetzt aber Vollzeit-Mama von ganzem Herzen. Wir sind so unterschiedlich wie es nur sein kann und trotzdem ein super Team. Zu unterschiedlichen Anteilen lieben wir Skifahren und Wandern, Klettern und Radfahren, Bücher und Lesen, gutes Essen und Musik, Malen und Schreiben, Technik und Rätsel, Ehrlichkeit und Reflektieren, gute Gespräche und Freundschaften. In einer Sache sind wir uns aber einig – wir lieben Jesus!

 

 


Blogeintrag 22

 

Selbstdisziplin

 

 

 

Ich liebe meine Biketouren. Nicht nur wegen der Stille, der Natur oder der körperlichen Ertüchtigung. Hauptsächlich, weil ich besser beten kann, wenn mein Körper beschäftigt ist. So entstand auch das letzte Gespräch mit Gott:

 

ICH: Herr also ein bisschen Regen wär super, dann könnt ich nämlich heim, denn ich hab keine Lust mehr….

 

GOTT: Dann dreh doch einfach um….

 

Ich: Aber ich bin doch noch nicht am Ziel?

 

GOTT gefühlt grinsend: Ja ich weiß

 

 

Ich bin dann noch ein paar Minuten weiter geradelt den Berg hoch, denn schließlich gibt man ja nicht einfach so auf. Letzten Endes bin ich dann aber wirklich mitten am Berg abgestiegen, hab mich umgezogen und bin heim geradelt.

 

Das Ganze ist für mich völlig untypisch. Normalerweise wäre ich weiter gefahren, Lust und Freude hin oder her, oft auch solange bis ich wirklich weit über meinen Grenzen war. Auf den ersten Blick mag das ja sehr diszipliniert wirken.

 

Was mir aber klar wurde ist, dass man von beiden Seiten vom Pferd fallen kann. Es ist gar nicht so einfach im Sattel, sprich in der Mitte sitzen zu bleiben.

 

 

Manchmal braucht es mehr Disziplin, mehr Planung und sich öfters mal aus der Wohlfühlzone raus zu wagen. Das Haus oder die Wohnung müssen nun mal immer wieder geputzt werden, der Kühlschrank füllt sich nicht von alleine und die Bikinifigur ohne Aufwand bleibt für die meisten von uns Utopie.

 

Dann gibt es Zeiten da braucht es mehr Freiheit, mehr unverplante Zeit und das Eingeständnis, dass die ständige Grenzüberschreitung nicht Disziplin, sondern mangelnde Selbstliebe ist.

 

Immer wieder dürfen wir uns reflektieren, in diesem Bereich dazulernen und Neues wagen. All das mit der Gewissheit, dass wir trotz unserer Fehler und unserem seitlich vom Pferd hängen von Gott zutiefst geliebt sind.

 

 

Sonnenklar: meine Biketour – die mach ich dann bei der nächsten Gelegenheit fertig. Oder eben auch nicht……

 

 

 


Blogeintrag 21

 

Neuer Kopf?

 

 

 

 

„Ich brauch einen neuen Kopf, der alte denkt zu viel“, stand neulich auf unserem Kalender. Ich musste von Herzen lachen, denn der Spruch hat den Nagel auf den Kopf getroffen.

 

Ich bin nicht gerade für meine Leichtigkeit, Naivität oder Spontanität berühmt. Alles wird bis ins kleinste Detail durchdacht, Listen werden erstellt und abgearbeitet, Varianten durchgespielt und wieder verworfen. Was in Sachen Organisation definitiv eine Stärke von mir ist, erweist sich dennoch oft als Stolperfalle. Meist dann, wenn mir das Vertrauen auf Gott und seine Souveränität im Alltag abhanden kommt und ich alles auf meine Schultern lade. Wie oft haben wir das Gefühl alles alleine meistern zu müssen? Die Welt liegt auf den Schultern der Mütter, könnte man sagen. Wir müssen an alles denken, für alle Familienmitglieder mitplanen und einpacken. Müssen wir wirklich oder tun wir es nur?

 

Unsere Schule geht in regelmäßigen Abständen in die Bücherei um dort Bücher auszuleihen. Bis jetzt habe ich immer die Bücher der Kinder gesucht, gezählt und in den Rucksack gepackt. Gestern habe ich beschlossen, dass das nicht mein Job ist. Mein Job als Mutter wäre es meine Kinder auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten, nicht ihnen alles abzunehmen. Somit fällt der Büchereibesuch als Punkt weg, an den ich denken muss. Wenn ich meine Gedanken ganz ehrlich unter die Lupe nehme, muss ich mir eingestehen, dass viele davon unnütz und nicht hilfreich sind. Ich will und darf hier lernen besser auf mein Herz und meine Gedanken zu achten, denn von ihnen geht das Leben aus, sagt die Bibel.

 

 

Sonnenklar – ich brauche keinen neuen Kopf, es reicht den alten zu entrümpeln.

 


Blogeintrag 20

 Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man mit Geld nicht kaufen

 

 Mein Mann und ich waren zum ersten Mal seit langem wieder auf einer richtigen Bergtour. Die Temperatur war ideal, das Wetter perfekt, die drei Gipfel ein Traum. Unsere Gespräche waren voller Tiefe, die gemeinsame Zeit zu zweit ein Hochgenuss. Am dankbarsten waren wir aber für meine erstaunlich gute Kondition und meine stabile Gesundheit derzeit. Jahrelang waren unsere Freizeitaktivitäten entweder gar nicht erst möglich oder stark eingeschränkt durchführbar. Meine Krankheit hat den Ton angegeben, und der war leider in Moll statt in Dur.

 

Derzeit aber geht es mir gut, ich habe Energie, genug Gewicht und Kraft für Sport und die ganze Familie genießt das alles in vollen Zügen. Wir sind Gott dankbar für dieses Geschenk und uns wird immer mehr bewusst, dass man die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht kaufen kann. Das sind Dinge wie Zeit, Gesundheit, Freundschaften, Kinder, Ehepartner, Vertrauen, Respekt und Zuneigung.

 

Genau aus diesem Grund liegt meine Karriere als Ärztin immer noch auf Eis. Ich will meinen derzeitigen Zustand genießen dürfen, meine Tage mit Dingen füllen die meinem Herzen, meiner Seele und meinem Körper guttun. Ich liebe die freien Vormittage, die ich nach Lust und Laune verbringe. Ich freue mich auf die meist stressfreien Nachmittage mit meinen Kindern und den Abend mit meinem Mann. Ich bin glücklich zuhause und dankbar, dass es mir gut geht. Da verzichte ich auch gerne noch eine Weile auf die Anerkennung außer Haus und den guten Gehalt.  

 

Denn es ist sonnenklar – die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man nicht kaufen.

 


Blogeintrag 19

Kleine Kinder kleine Sorgen – große Kinder große Sorgen

 

 Wann immer ich diesen Satz zu Beginn meines Mutterseins gehört habe, stieg mein Puls ins unermessliche. Die Jungs waren nicht gerade berühmt für lange Schlafphasen, weder tagsüber noch nachts. Ich konnte mir zu dieser Zeit nicht vorstellen, dass es etwas Schlimmeres geben könnte als Schlafmangel, Augenringe wie ein Pandabär und schwache Nerven.

 

Jetzt acht Jahre später habe ich zum ersten Mal eine Ahnung davon, was diese Mütter mir sagen wollten.

 

Schlafmangel finde ich immer noch furchtbar, auch Jahre später. Was ich unterschätzt habe sind die Einflüsse von außen. Was sich in Kleinkindalter noch minimieren und steuern ließ, entzieht sich immer mehr unserer Kontrolle. Mit Kindergarten und Schule werden wir konfrontiert mit Mobbing, Schimpfwörtern, Kritik und Konflikten. Als Eltern können wir natürlich aktiv werden, aber in einem begrenzten Rahmen. Wo es früher darum ging, immer an der Seite unserer Kinder zu sein um sie zu schützen, geht es ab einem gewissen Alter darum, ihnen zur Seite zu stehen und sie stark zu machen für die Welt. Mama und Papa können nicht mehr immer dabei sein und das ist auch gut so. Wir dürfen hoffen, dass unsere Erziehung und die vielen Gespräche und Liebeseinheiten nicht umsonst waren. Vor allem aber dürfen wir unseren Kindern und Gott vertrauen. Auch wenn wir als Eltern nicht anwesend sind, Gott ist es immer. Wer könnte es besser mit unseren Kindern meinen als er? Auch wenn meine Kinder, die Pubertät noch nicht erreicht haben, bin ich mir sicher, dass wir noch an vielen Fronten zu kämpfen haben werden und dass die Herausforderungen nicht kleiner werden.


Sonnenklar jedoch – wir kämpfen nicht alleine.


Blogeintrag 18

 Der rosarote Mantel oder wie Gott mich versorgt

 

 Letztens war ich frustriert und hätte mir wirklich gerne einen neuen Mantel gekauft. Da ich mir aber bewusst bin, dass Frustkäufe zu nichts führen, bin ich nach den Lebensmitteleinkäufen wieder nachhause gefahren. Im Auto habe ich gebetet und Gott frei Herz gesagt: „Nur damit du es weißt, einen neuen Mantel hätte ich trotzdem gerne.“

 

Ich bin sehr froh, dass Gott mich kennt und trotzdem liebt. Denn ein paar Tage darauf hat mich meine beste Freundin auf einen Kleidertausch mitgeschleppt. Das Prinzip dieser Idee ist ganz einfach, jeder bringt etwas mit und jeder darf nehmen was und so viel er will. Das erste Teil das ich getauscht habe, war ein Mantel. Nicht irgendeinen Mantel, sondern genauso einen Mantel, wie ich ihn mir gewünscht habe. Und als wir dann nach Hause gingen, hatte ich neben diversen anderen Teilen, nicht nur einen, sondern gleich drei Mäntel in der Tasche. Ich war fasziniert, dass Gott auf dieses kindische und beinahe trotzige Gebet so großzügig reagiert hat. Die Bibelstelle aus Matthäus 6 wird mich immer an den rosaroten Mantel erinnern. Wie schön wenn die Theorie zur Praxis wird.

 

 

Sonnenklar: Gott versorgt seine Kinder wirklich und das im Überfluss.

 


Blogeintrag 17

 Alltagssehnsucht

 

Ich bekenne: Ich liebe unseren Alltag, das ganz Gewöhnliche, die Normalität.

 

So sehr ich die Ferienzeiten in unserer Familie auch genieße, irgendwann stellt sich ein Gefühl ein, das ich Alltagssehnsucht nenne. Ich vermisse die Struktur und die Ruhe, die die Wiederholung mit sich bringt. Ich vermisse das gewöhnliche Essen, die Spaghetti Bolognese. Und wenn sich eine tolle Aktivität an die andere reiht – wohlgemerkt selbst geplant und gewünscht – dann sehne ich mich nach Legoklötzen und Bücher vorlesen.

 

Alles hat seine Zeit, sagt die Bibel und für diese Aussage bin ich dankbar. Wir schaffen Erinnerungen mit dem Besonderen, aber noch viel mehr mit dem Alltäglichen. Wir dürfen und sollen unseren Alltag zelebrieren, das tägliche Beisammensein genießen, sei es auf dem Wohnzimmerboden oder in der Küche. Denn dort findet die Erziehung aller statt. Dort feiern wir Gottesdienst. Dort schleifen wir unseren Charakter und führen tiefe Gespräche. Hier wird die weite Welt erklärt. Hier sind wir sicher und erfahren Freiheit und Weite.

 

Sonnenklar – hier finden wir Gott und einander.


Blogeintrag 16

Ohne Michelinstern esse ich nichts

 

 

Mein lieber Sohnemann hat mir letztens am Esstisch eröffnet, dass meine Kochkünste mittelmäßig sind. Ja das hat gesessen, denn wenn ich eines sicher weiß, dann dass ich sehr gut koche.

 

Ein bisschen beleidigt, habe ich bei meiner Freundin und hervorragenden Köchin nachgefragt ob sie sich bisher einen Michelinstern oder ein paar Mützen a la Gault+Millau erkocht hat. Hat sie leider nicht, denn sonst hätte Simeon dort ein paar Tage Genussurlaub machen können.

 

Noch Tage später wurmt mich dieser Kommentar. Warum?

 

Vielleicht weil ich unsicher werde in Bezug auf meine Fähigkeiten. Kann ich gewisse Dinge wirklich oder denke ich nur, dass ich sie kann?

 

Vielleicht weil meine Bemühungen jeden Tag sehr gut und ausgewogen zu kochen anscheinend ins Leere gehen. Wird die Liebe, die ich hierdurch zu vermitteln versuche, nicht gesehen?

 

Alles gute Gründe findet mein Herz.

 

Mein Verstand sagt mir aber ganz klar, dass ich mich von einem daher gesagten Kommentar eines sechsjährigen sicherlich nicht aus dem Konzept bringen lasse. Die Mutter in mir sorgt sich um das kulinarische Wohlergehen ihres Kindes. Die Hausfrau und Köchin zieht sich beleidigt in eine Ecke zurück.

 

 

Wie gut dass ich schon erwachsen bin, denn die Erwachsene in mir sagt ganz sonnenklar: “Get over it mommy. Michelinsterne sind nun mal nicht für Mütter, denn dieses Sternengeklimper würde im Alltag ganz schön nerven.“


Blogeintrag 15

 "Das trau ich dir zu, denn das Leben ist nicht nur Schokolade."

 

 Letztens bei uns in der Gemeinde:

 

Mein Mann leitet den Kindergottesdienst und ist für zehn Kinder alleine verantwortlich. Ich bin im Nebenraum im Gottesdienst der Erwachsenen. Simeon vermisst mich und fängt bei Papa an zu weinen, will aber unter keinen Umständen alleine zu mir in den Gottesdienst laufen. Da mein Mann die anderen Kinder aber nicht unbeaufsichtigt lassen kann, sitzt Simeon den Gottesdienst weinend aus. Für all die anderen Kinder haben wir ein Nummernsystem mit dem die Eltern in solchen Fällen informiert werden. Da mein Mann aber der Betreuer ist, haben unsere Jungs keine Nummer bekommen, denn wer hätte gedacht, dass es an diesem Sonntag beide Elternteile benötigt?

 

Als ich dann in den Kindergottesdienstraum komme, bin ich erstmals irritiert und ehrlich gesagt entsetzt, dass mein Kind nicht zu mir kommen konnte in seiner Not. Eine Freundin und gleichzeitig Vertrauenspädagogiktrainerin klopft mir auf die Schulter und meint nur: „Trau ihm das zu, das schafft er schon.“

 

Dieses Zutrauen und Aushalten der Trauer geht zur Gänze gegen meinen mütterlichen Instinkt. Ich will den Weg frei räumen, alle Schwierigkeiten beseitigen, die Monster unter dem Bett töten, die Dunkelheit hell machen und Schokolade, viel Schokolade. Aber wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich, dass ich meinen Kindern damit nicht helfen würde, denn das Leben ist nicht immer Schokolade. Dann bin ich als Mutter gefragt, als starke und weise Erwachsene, die mittrauert und mitweint und gleichzeitig ermutigt und aufbaut. Dann schenke ich Hoffnung und baue Selbstvertrauen auf und lerne den Kindern, dass man mit Gott Hindernisse und Mauern überspringt. Ich bin Stütze und Anker und weise auf den hin, der das alles viel besser kann als ich und ja, Gott trau ich alles zu. Ich mute ihm meine Schwächen und Fehler in der Erziehung zu, meine Kinder mit all ihren Eigenheiten und weiß, dass er nur Gutes für uns will.

 

 

Sonnenklar – das Leben ist nicht immer Schokolade, aber mit Gott ist es eben doch ein bisschen schokoladiger!


Blogeintrag 14

Ich fühl mich wie ein Schwan

 

Als mein Mann an der Fachhochschule Wirtschaftsingenieurswesen studiert hat, sagte ihnen ein Professor einmal sie seien wie Schwäne, sie können alles ein bisschen, aber nichts so richtig.

 

Manchmal denke ich, dass diese Aussage auch auf mich als Mama zutrifft.

 

Ich koche und bin keine Köchin. Ich lerne und mache Hausaufgaben, aber bin keine Pädagogin. Ich schneide den Kindern die Haare, bin aber keine Friseurin (was man manchmal auch sieht). Ich fahre sie durch die Gegend, bin aber kein Taxiunternehmen. Ich bin Putzfrau, Gärtner, Innenarchitekt, Arzt, Manager, Lebensberater, Bodyguard, Finanzplaner und Nanny. Und nur eines davon hab ich gelernt. Dennoch hat Gott mir zwei wunderbare Jungs geschenkt und er war sicher davon überzeugt, dass ich das schon noch alles lernen werde. Warum sonst hätte er mir eine so großartige und herausfordernde Aufgabe anvertraut?

 

 Sonnenklar: Ich bin ein Schwan, aber das stört Gott nicht im Geringsten.

 


Blogeintrag 13

Start today journal

 

Das Internet quillt ja geradezu über von mehr oder weniger tollen Ideen, wie man fokussiert seinen Tag starten kann.

Über eine solche Idee bin ich letztens gestolpert. Hängen geblieben bin ich vor allem, weil mich der Inhalt auf den ersten Blick geschockt hat.

Die Rede ist von Rachel Hollis´Start Today Journal. Der erste Teil besteht aus 5 Punkten für die man dankbar ist. Der zweite Teil aus 10 Träumen, die man erreicht hat und der letzte Teil fordert einen auf, ein konkretes Ziel zu nennen, das man in Angriff nimmt.

Soweit so gut und nicht spektakulär. Wären da nicht Fotos von bereits ausgefüllten Journals gewesen. Bei diesen zehn Dingen, die man bereits erreicht hat, standen tatsächlich Dinge wie ich bin eine außergewöhnlich tolle Ehefrau und eine sagenhaft gute Mutter, ich bin in Bestform und führe eine große Firma.

Diese, in meinen Augen, Selbstüberschätzung konnte nicht auf die amerikanischen Hintergründe oder kulturellen Verschiedenheiten zu schieben sein. Erst als ich genauer hinsah, wurde mir alles klar. Denn tatsächlich schreibt man hier zehn Dinge auf, die man gerne erreichen würde, und formuliert sie so, als ob es schon Realität ist. Und je mehr ich darüber nachdenke und es auch immer wieder selbst ausfülle, desto mehr gefällt mir diese Art von daily journal. Es motiviert die eigenen Ziele zu definieren und das zu Papier bringen, gibt dem Ganzen eine andere Dimension, ist fast schon eine Proklamation. Denn auch ich wäre gerne eine sagenhaft gute Mutter und noch viele andere Dinge. In all dieser Orientierung an Leistung, soll Gott nicht vergessen werden. Deshalb bin ich dankbar für die 5 Punkte der Dankbarkeit. Ziele sind gut, Anstrengung um diese zu erreichen auch.

 

 

Für mich aber ist sonnenklar – letzten Endes kommt alles aus Gottes Hand!


Blogeintrag 12

Bedürfnisse

 

Letztens habe ich mich mit einer Freundin über die Einschlafbegleitung unserer Jungs unterhalten. Sie hat dann ganz selbstbewusst gesagt:“ Das hat sich im Laufe der Zeit reduziert und jetzt schlafen sie alleine ein, schließlich hab ICH ja auch noch Bedürfnisse“. Anschließend fragte sie mich nach meinen Bedürfnissen. Tragisch aber wahr, diese Frage konnte ich auf der Stelle nicht beantworten. Sie hat mich aber ganze zwei Tage lang beschäftigt. Nach langen Überlegungen wurde mir klar, dass ich definitiv Bedürfnisse habe, diese aber den Bedürfnissen der Kinder untergeordnet habe und nie wieder an die jeweilige Situation oder das Alter der Kinder adaptiert habe.

Uns allen ist klar, dass man einen Säugling keine halbe Stunde wegen Hunger schreien lässt, nur weil man seine Ruhe will. Auch versorgt man ein Kind sofort, das mit blutigen Knien herbeigerannt kommt. In meinem Fall bin ich aber in diesem Stadium teilweise stecken geblieben, denn ein 6-jähriger kann sehr wohl mit seiner Zeichnung warten, bis das Telefonat beendet ist und ein 8-jähriger kann bei Hunger selbst einen Apfel holen und essen, während die Mutter die Wäsche aufhängt. Kinder dürfen erkennen und verstehen, dass auch Mütter Dinge erledigen müssen und wollen, dass auch Mamas Bedürfnisse haben, die gestillt werden wollen. Dies können banale Dinge wie den Kaffee in Ruhe trinken sein oder auch täglich eine halbe Stunde Sport.

 

Was sich seit dieser Erkenntnis bei mir geändert hat?

Erstens, dass ich mich immer wieder frage, was ich in dieser Situation wirklich will und warum die Dinge in unserer Familie so laufen, wie sie es eben tun. Ist es reine Gewohnheit oder will ich das so handhaben? Unterliegen wir dem Druck von außen oder ist es unsere tiefste Überzeugung? Was sind die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder und welches Bedürfnis hat gerade Vorrang?

Seit ich besser auf mich selbst achte, kann ich wirklich eine stille Zeit mit Gott in den Tag integrieren. Die Kinder werden vorab darüber informiert, und sobald ich mich in meinen „Gottstuhl“ setze, spielen sie selbst und gönnen mir diese Zeit.

 

Auch die Einschlafsituation hat sich stark verändert. Wo ich früher immer zu ihnen gekuschelt bin, bis sie – und meistens auch ich selbst - eingeschlafen waren, sitze ich jetzt vor ihrer Zimmertür mit einem guten Buch oder meiner Fitnessmatte. Ich liebe unsere Kuschelzeiten, bin aber nicht mehr bereit diese auf Kosten der Zeit für mich selbst oder unserer Ehe zu machen. Gekuschelt wird jetzt beim Beten und Bibellesen und auch tagsüber ausgiebig, damit auch die Bedürfnisse der Kinder nicht zu kurz kommen.

 

Wichtig wurde mir auch, dass nicht alles was für die eine Mutter stimmt und funktioniert auch für mich richtig sein muss. Meine Familie wurde mir aus einem gewissen Grund anvertraut und ich will mit meinen Möglichkeiten das Beste daraus machen. Wenn ich gerne auf die Abende allein oder mit meinem Mann verzichtet hätte, dann würde ich auch heute noch guten Gewissens jeden Abend bei unseren Jungs liegen und das wäre in Ordnung so. Genauso in Ordnung und keineswegs egoistisch ist es die Abende mit einem Buch oder meinem Mann zu verbringen. Und Bedürfnisse sind schließlich wandelbar und unterliegen der Veränderung.

 

 

Aber eines ist SONNENKLAR – auch Mütter haben Bedürfnisse, die wichtig sind!

 


Blogeintrag 11

Am Ende der Nerven ist der Anfang der Gnade

 

Kinder, zumindest unsere, besitzen diese unglaubliche Fähigkeit einen in 3 Sekunden auf 180 zu bringen. Das mag ja bei einem Sportwagen toll und gewollt sein, als Mutter erfordert es aber tagtäglich eine Riesenportion an Selbstbeherrschung.

Faszinierend wie die Menschen die man am meisten liebt, gleichzeitig die sind, die uns an den Rande des Wahnsinns treiben.

Tatsächlich gibt es die guten und die nicht so guten Tage. Dann gibt es eben auch noch die richtig schlechten Tage. Wo morgens im Bett die Kinder schon miteinander streiten, das Frühstück ungenießbar und die Schultasche unauffindbar ist. Das Mittagessen war auch noch nie schlechter, das Spielzeug das gestern noch toll war, ist heute für Babies. Die Eltern und die Geschwister nerven und wenn man ehrlich ist, selbst nervt man sich auch. Wenn ich es bis hierhin ohne Brüllen geschafft habe, verleihe ich mir innerlich den Mutter-Tapferkeitsorden. Aber egal wie, irgendwann bin ich an solchen Tagen mit meinen Nerven am Ende und wäre gern ein Strauß, dann könnt ich wenigstens den Kopf in den Sand stecken. Bin ich aber nicht, sondern Mama aus voller Überzeugung. Aber als solche, würde ich gerne auf den Fußboden sitzen und heulen. Und genau an diesem Ort begegnet mir Gott und seine Gnade. Welch unverdientes und dringend benötigtes Geschenk. Gnade in Form von Beruhigung, von neuer Energie, von Klarheit und Strenge und vor allem in Liebe. Dann zähl ich weiter die Stunden oder Minuten bis zur Schlafenszeit und es ist

 

 

Sonnenklar – jeder Tag und jede Phase geht irgendwann zu Ende.


Blogeintrag 10

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

 

Diesen Bibelvers kennen wir wohl alle. Es ist nur der zweite Teil, der uns Müttern zeitweise Schwierigkeiten bereitet. Laut Definition ist Selbstliebe „die allumfassende Annahme seiner Selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst. Der Begriff ist sinnverwandt, jedoch nicht vollständig synonym mit Begriffen wie Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstwert“. Autsch, denk ich da nur.

Die allumfassende Annahme seiner Selbst, soll heißen inklusive Schwangerschaftsstreifen und den paar Kilos zu viel? Der eigenen, oft nur zu bewussten Charakterschwächen? JA! Selbstachtung schließt all die negativen Kommentare über uns selbst aus, das Herabsetzen unserer Fähigkeiten, das eigene Bloßstellen? JA! Selbstzuwendung heißt dann Zeit für einen Kaffee, ein Buch oder eine Badewanne? Einen Babysitter oder eine Putzfrau, bevor wir nicht mehr weiter wissen? JA, auch hierzu. Selbstvertrauen schlicht und einfach das Vertrauen in uns selbst? Selbstwert das Wissen, dass wir Gottes geliebte Töchter und seine Erben sind? JA, JA und nochmals JA. Nämlich aus den Bewusstsein, dass Gott uns so oder so in und auswendig kennt und er uns dennoch mehr liebt als jeder andere.

 

 

Sonnenklar – Lasst uns gnädiger sein mit uns selbst und uns auch lieben.


Blogeintrag 09

Weniger ist mehr – Schulstart für Anfänger

 

Nur noch ein paar Tage und dann geht die Schule wieder los. Mit dem Schulbeginn könnte theoretisch auch wieder der ganze Terminstress starten. Aber eben nur theoretisch, denn praktisch wehre ich mich schon jetzt gegen die noch nicht vorhandenen Termine. Ich will nicht wieder dort starten, wo wir das letzte Schuljahr aufgehört haben.

Deshalb überlege ich bewusst, wo unsere Prioritäten liegen und dies nicht nur in der Theorie. Praktisch und theoretisch soll Gott in unserer Familie an erster Stelle stehen. Hierzu gehört für uns das gemeinsame Bibellesen und Beten aber auch, dass jeder von uns selbst die Beziehung zu Jesus sichtbar pflegt. Mein Gottstuhl soll täglich besetzt sein.

Dann kommen wir als Familie. Der eine Teil von uns ist sensibel, braucht viel Zeit für Ruhe und Erholung und ein gewisses Maß an Einsamkeit. Dem will ich dieses Schuljahr mehr Aufmerksamkeit und vor allem mehr Raum schenken. Praktisch heißt das weniger Elektronik, mehr Kuschelzeit mit Büchern und Hörspielen, gemeinsame Spaziergänge ohne andere Kinder oder Familien, und nur noch eine außerschulische Aktivität in einem Verein für beide Kinder. Mit dem Schulstart für den Kleinen und der Erstkommunion von dem Größeren ist das für uns das absolute Maximum. Das andere Familien hier eventuell mehr Kapazitäten haben, ist mir klar.

 

Manchmal bin ich mir aber nicht sicher, ob wirklich mehr Energie vorhanden ist oder ob einfach zu wenig auf die Bedürfnisse geachtet wird.

 

Erst wenn wir bewusst genug Zeit für Gott und unsere Familie hatten, kommen all unsere anderen Verpflichtungen und Dienste.

Ich will mich wirklich an der Nase nehmen und dieses Jahr die Prioritäten im Auge behalten. Nicht alle Termine, die uns anbrüllen sind wirklich so wichtig, wie die Gesellschaft uns weismachen will. So ähnlich wie man sagt, dass kleine Hunde nur bellen aber nicht beißen. Sonst gäbe es sicherlich weniger Ausgebrannt sein und weniger Stress in unserer Gesellschaft.

 

 

Deshalb für uns sonnenklar – weniger ist oft mehr!


Blogeintrag 08

Gymnaestrada oder ich weiß, was ich kann

 

In Vorarlberg herrscht derzeit das Turnfieber! Es ist Gymnaestrada-Zeit. Mein Sohn hat mich gefragt, warum einige seiner Schulkolleginnen denn da turnen. Als ich ihm das mit der Freude am Turnen und dem Talent erklärt habe, meinte er nur: „Mama ich kann auch gut turnen. Mit Zahlen, Ideen und Wörtern.“

 

Und in diesem Moment war ich einfach so unglaublich stolz auf ihn. Warum? Er ist wirklich nicht gerade der Sportlichste. Er geht zwar gerne Skifahren oder Radfahren, aber zu viel der Anstrengung ist einfach nicht seines und der Sinn der sportlichen Herausforderung hat sich ihm auch noch nicht erschlossen (Zitat: Mama das ist doch viel zu anstrengend). Er ist aber definitiv sprachlich unglaublich begabt und liebt Mathematik. Seine Ideen und deren Umsetzung sind sagenhaft. Und deshalb bin ich stolz auf ihn. Stolz, dass er um seine Begabungen weiß. Stolz, dass er nicht jemand anderes sein will. Stolz, dass er seinen Wert erkannt hat und stolz, weil er einfach er ist.

 

Und das ist für mich Sonnenklar: Er ist definitiv die beste Version von sich selbst!


Blogeintrag 07

Langeweile

 

Ein Plädoyer für mehr Langeweile, so ähnlich könnte dieser Eintrag heißen.

 

Duden definiert die Langeweile als ein unangenehmes Gefühl. Wikipedia spricht davon, dass es durch unfreiwilliges Nichtstun hervorgerufen wird. Alles in allem eine negative Bewertung, etwas das in unserem Leben nicht vorkommen sollte und wogegen man etwas unternehmen muss. Weshalb ich trotzdem ein Freund der Langeweile bin, vor allem der Langeweile von Kindern? Weil es bewiesen ist, dass die gepflegte Langeweile die Kreativität fördert und wer möchte nicht gerne kreative Kinder? Meine Kinder lieben es zu experimentieren, Neues zu erfinden und können aus scheinbar nichts die tollsten Dinge kreieren. Ich liebe es ihnen dabei als stiller Teilnehmer zu zu sehen und bin immer wieder aufs Neue fasziniert, was dabei herauskommt. Wir lieben die unverplante, langweilige Zeit in der wir einfach ein bisschen spazieren, lesen oder tun wonach uns der Sinn steht. Den Satz: „Mama mir ist soooo langweilig!“, habe ich bisher noch keine fünfmal gehört und ich wünsche mir, dass das so bleibt. Und wenn nicht?

 

 

Sonnenklar, dann will ich voller Liebe darauf antworten: „Ach wie schön mein Schatz!“


Blogeintrag 06

Ich hau ab nach Panama

 

Mein Großer hatte zum Schulschluss eine tolle Schulaufführung mit Musicals und Theater. Eines der Lieder hieß „Ich hau ab nach Panama“. Der Refrain lautete zu Beginn ich hau ab nach Panama, wieso, weshalb bin ich noch da und nicht schon längst in Panama.

An Tagen wie heute frag ich mich das auch. Was ich mit Tagen wie heute meine? Wenn die Kinder schon früh morgens, also vor dem Zähneputzen streiten und sich Schimpfwörter um die Ohren knallen. Wenn ich dreimal die Küche wische, weil Experimente durchgeführt wurden, verboten nach dem ersten Mal versteht sich. Wenn der Große zu Mittag lesen will und der Kleine bei jedem Bissen „Wäh!“, schreit. Wenn die Kinder sich bei Oma und Opa gewaltig daneben benehmen. Wenn jede logische Konsequenz mit schreien, weinen und aus dem Haus springen kommentiert wird. Wenn das Kind im Wutanfall die Spiele durch das Wohnzimmer schmeißt. Wenn der Große mir mein Sch-Wort vorhält (zu Recht wohlgemerkt), aber den Balken im eigenen Auge nicht sieht. Wenn das Geklapper der Tastatur anscheinend beim Schlafen stört. Wenn das fünfzigste (nein keine Übertreibung) Mal ich kann nicht schlafen gebrüllt wird.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und ich denke jede Mama kann ihre eigene Geschichte erzählen. An solchen Tag bin ich mir nicht sicher, ob ich schreien weinen oder ausziehen soll. Und ja, Panama klingt wirklich wunderbar, es reicht aber auch Bregenz, Wien, London oder das verschlossene Badezimmer.

Wirklich dankbar bin ich Gott an solchen Tagen für die Nacht. Denn wenn die Kinder friedlich schlafen und zuckersüß aussehen singe ich:

 

 

Sonnenklar: Ich hau nicht ab nach Panama, ich bleibe noch ein bisschen da und hau dann ab nach Panama!


Blogeintrag 05

18 summers is all that we get

 

Auf einem englischen Blog habe ich das letzte Mal diesen Satz: „18 Sommer ist alles was wir bekommen werden“, gelesen und er hat mich nachdenklich gemacht. Denn jedes Jahr am Schulschluss habe ich eine kurze Phase in der ich mich vor den Sommerferien fürchte. Nicht weil ich meine Kinder nicht lieben würde oder weil sie mir lästig sind, sondern weil ich dann auf meine freien Vormittage verzichten muss und somit auch auf meine Verschnaufpausen. Diese kinderfreien Vormittage ermöglichen es mir aber auch mal auf mich zu schauen, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und lassen mich über vieles am Nachmittag hinweg lächeln. Habe ich meine Angst überwunden, freue ich mich auf die gemeinsame, unverplante Zeit mit meinen Jungs. Wir kuscheln am Morgen lange im Bett, lesen viel, sind viel draußen unterwegs und genießen unsere Familie. Die Kinder werden größer und die Bedürfnisse ändern sich. Wo sie jetzt noch voller Freude mit mir im Schwimmbad kuscheln und schwimmen, sind in einigen Jahren die Freunde wichtig. Wo sie sich jetzt noch über jeden Ausflug freuen, wird in der Pubertät vielleicht gejammert. Und irgendwann werden aus meinen kleinen Jungs große Männer. 18 Sommer sind 162 Wochen Sommerferien und was anfangs so lange erscheint, wird rückblickend als viel zu kurz empfunden werden.

 

 

Sonnenklar: Ich will jeden Sommer und jeden anderen Tag mit meiner Familie genießen – so gut es eben geht.


Blogeintrag 04

 

BIKEN – MAMASEIN – SELBSTLIEBE

 

Nachdem beide Kinder nacheinander krank waren und ich die Tage nur noch mit einem der Beiden auf der Couch verbrachte, wurde dann auch noch mein Mann krank. Ich war durch schlechte Nächte und anstrengende Tage schon ziemlich am Ende meiner Kräfte. Dennoch hab ich mich aufgerafft und bin an einem sonnigen Vormittag auf mein Mountainbike gestiegen und habe das Lazarett hinter mir gelassen. Ich fuhr bergauf durch Wiesen und Wälder, hab der Stille zugehört und nach und nach wurde es mir wieder leicht ums Herz. Und dann wurde mir klar, dass biken und Mamasein einige Gemeinsamkeiten haben.

Manchmal genießt man einfach die Natur, hört selig dem Vogelgezwitscher zu, freut sich am Geruch der frisch gefällten Bäume und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Oder man genießt den Fahrtwind während es mit Leichtigkeit bergab geht. Dann hingegen kommen gewaltige Steigungen, bei denen man „beißen“ muss, sich Meter für Meter nach oben kämpft, der Puls sich beschleunigt und man weiter strampelt, obwohl man das Gefühl hat, dass man nicht mehr kann. Vielleicht kennt man die Strecke schon und weiß, dass die Plagerei bald ein Ende hat. Man fokussiert sich auf den Weg, schaut nicht nach links oder rechts und kämpft. Wenn die starke Steigung in ein normales Bergauf übergeht, atmet man ruhig und bewusst ein, versucht den Puls zu beruhigen und gibt gut auf die Körpersignale acht.

 

Ist es nicht genau so beim Mama sein? Da gibt es Phasen, in denen alles mit Leichtigkeit von der Hand geht. Die Beziehung zu den Kindern ist gut, die Erziehung funktioniert, die Hausaufgaben werden von selbst erledigt und das Leben fühlt sich leicht an. Dennoch wissen wir alle, dass die nächste Steigung schon hinter der nächsten Kurve lauert. Die Steigungen im Mama sein sind häufig und vielfältig. Sie reichen von kranken Kindern, zu übermüdeten Müttern, von Gefühlen der Überforderung, zu Hilflosigkeit, von Herausforderungen in Schule oder Ehe bis zu Problemen in der Herkunftsfamilie. Wir kämpfen uns bis zum Abend durch, obwohl wir denken unsere Kraft reicht nicht mehr. Wir geben unser Bestes, das dennoch oft nicht zu reichen scheint. Und wenn die Schwierigkeit, dann überwunden ist, ist es wichtig auf uns selbst zu achten. Wie geht es mir? Was braucht mein Körper, mein Geist oder meine Seele? Was kann ich mir Gutes tun? Wo kann ich mir Hilfe holen? Was kann ich tun, bis es wieder mit Leichtigkeit bergab geht?

 

Mein Biken war die dringend benötigte Auszeit, war Ruhe für die Seele und die anschließende heiße Dusche eine Wohltat für den Körper.

 

Es ist sonnenklar: Gelebte Selbstsorge und Selbstliebe ist gelebte Liebe zur Familie.

 


Blogeintrag 03

Termine über Termine

 

Immer wieder habe ich den Vorsatz, das Leben bewusst leben zu wollen, mit möglichst wenig Terminen, dafür aber viel frei einteilbare Zeit.

Und dann - wumm – „Willkommen in der Realität!“.

 

Aus einer gut geplanten Woche mit genügend Freiraum, wird eine Woche, in der ich die weißen Zeilen meines Terminplaners beinahe nicht mehr sehen kann.

 

Also sage ich Termine ab oder verschiebe sie, sortiere sie nach Wichtigkeit.

 

Die Frage ist: Wo sind all die Vorsätze hin? Wie kommt es, dass die Angebote dieser Welt es so einfach ins Haus schaffen? Ungefiltert? Keineswegs - aber auch das Gute wird irgendwann zu viel und nimmt dem Besten den Platz weg. Bin ich zu reflektiert? Nein, nur wachsam. Bin ich nicht belastungsfähig? Nein, nur nicht mehr gewillt nur zu funktionieren. Bin ich zu wählerisch? Nein, aber wir haben nur dieses eine Leben und das will ich nach Gottes Plan für uns versuchen zu leben. Und der ist nicht gut, sondern der Beste!!!

 

Für mich sonnenklar: Ich muss wachsam sein, denn sonst ist unser Terminkalender ständig zugepflastert. 

 


Blogeintrag 02

Blog Sprache – Klappe die zweite

 

Irgendwie hat sich ein Sandkorn in mein Bett geschlichen. Und so klein es auch war, bin ich mitten in der Nacht aufgewacht, weil mir mein Fußrücken weh tat. Was das mit Sprache zu tun hat?

 

Unsere Worte mögen noch so klein sein, dennoch ist die Macht, die sie inne haben immens. Nicht umsonst warnt uns die Bibel so oft vor unserer eigenen Zunge, wie zum Beispiel in Sprüche 18 Vers 21, wo es heißt: „Worte haben Macht. Sie können über Leben und Tod entscheiden“. Wenn das schon in unserem ganzen Leben gilt, wie viel mehr Gewicht haben Worte dann in unserer Erziehung. Psychotherapeuten können hiervon sicher ein Lied singen. Und kennt nicht jeder von uns Erwachsene, die immer noch unter dem Einfluss der Worte von früher stehen? Eine Frau, schlank und hübsch, zieht auch als Mutter und Ehefrau noch keine enganliegenden T-Shirts an, weil der Ex-Freund ständig ihren Bauch kritisiert und als zu dick bezeichnet hat. Da nützt es auch nichts, dass der Ehemann seit Jahren versucht das Bild gerade zu rücken.

 

Das Sandkorn in meinem Bett hat mich an einer empfindlichen Stelle getroffen. Hätte es mir nachts in meine Hornhaut gepikst oder in eine weiche Stelle, dann hätte ich es vermutlich nicht einmal bemerkt. Je enger die Beziehung, desto mehr treffen wir einander an empfindlichen Stellen, bewusst oder unbewusst.

 

Ich will meinen Kindern von Herzen sagen, dass sie wertvoll sind, dass sie geliebt und gut sind, genauso wie sie sind. Manchmal kostet es mich viel Kraft meine Zunge zu hüten, an manchen Tagen schaffe ich es vielleicht nicht. Dennoch habe ich das Ziel vor Augen, klar definiert, und will mich durch kleine Ausreißer nicht vom eigentlichen Ziel abbringen lassen. Deshalb liebe ich folgendes Zitat:

 

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal“.

 

Ich will meinen Blick schärfen und auf meine Gedanken achten. Soviel zeichnet sich schon in meinem Kopf ab, was nachher aus meinem Mund kommt. Und dennoch darf ich gnädig mit mir und meinen Kindern sein. Wir sind auf dem Weg.

 

Sonnenklar:  Wir sind nicht wie Jesus, wollen ihm aber dennoch – auch sprachlich und vor allem herzenstechnisch – immer ähnlicher werden.


Blogeintrag 01

Blogeintrag zur Vertrauenspädagogik

 

Als ich meinen letzten Artikel in SONNE IM HAUS Ausgabe 01/2019 zur Vertrauenspädagogik nach Heinz Etter gerade fertig geschrieben hatte, bot sich bei mir zuhause die perfekte Gelegenheit für ein Praxistraining.

 

Folgende Situation: Unser Sohn Simeon kam vom Kindergarten nach Hause und war sehr schlecht gelaunt. Nach dem Mittagessen ließ er seine Wut und Aggression, sowohl verbal, als auch körperlich, an seinem großen Bruder und an mir aus. Ich wies ihn liebevoll aber konsequent in die Schranken und machte ihm klar, dass wir ein solches Verhalten in unserer Familie nicht dulden. Gefruchtet hat dies aber alles nicht, worauf mir nach einer gefühlten Ewigkeit wirklich der Geduldsfaden gerissen ist und ich den tobenden Simeon aus dem Zimmer trug. Eigentlich wollte ich ihn, bis er sich wieder beruhigt hat, alleine in sein Zimmer schicken, ging jedoch dann doch mit ihm. Wir setzten uns gemeinsam auf sein Bett. Ich hab ihm klar gesagt, dass ich sein Verhalten so nicht dulde und er, solange er sich nicht beruhigt hat, nicht wieder zurück kann. Nach langem Schreien und Toben seinerseits und viel Ruhe (wohl direkt vom Himmel gesandt) meinerseits, kuschelte er sich dann an mich und fing an zu schluchzen. Er erzählte mir, dass er im Kindergarten ausgelacht wurde und wie sehr ihn das verletzte. Dabei dachte ich mir: „Gott sei Dank habe ich ihn nicht alleine in sein Zimmer geschickt!“. So konnte ich ihn trösten und nach einer Weile kehrten wir wieder ins Wohnzimmer zurück. Er entschuldigte sich bei Timoteo und der ganze Nachmittag verlief friedlich ab.

 

Hätte ich ihn zu Mittag allein in sein Zimmer geschickt, wäre mir so viel entgangen. Ich hätte aus reiner Wut und Verzweiflung gehandelt und er wäre mit seiner Trauer, die hinter der Aggression versteckt war, alleine geblieben und wäre sogar noch dafür bestraft worden. Letztlich hätte dies unsere Beziehung geschwächt, so jedoch wurde durch diese Situation und durch mein Verhalten unsere Mutter-Kind-Beziehung gestärkt. Ich konnte Simeon in seiner Trauer begleiten, ihn bestärken in seinem Charakter, ihn liebevoll auffangen und zeigte ihm dennoch, dass dieses Verhalten in unserer Familie keinen Platz hat.

 

 

Für mich Sonnenklar: Gott hatte seine Finger im Spiel. Und da kann es nur gut werden.