DAS erste WERTORIENTIERTE MAGAZIN FÜR MÜTTER

Und plötzlich ist alles ganz anders...

Eintrag #19

 

Starten wir gemeinsam einen Versuch!

 

Wie lange dauert diese Krise jetzt schon? Es scheint uns sie würde schon ewig dauern, oder? Unser Gefühl sagt: „Monate!“, aber unser Verstand lenkt ein: „Es sind drei Wochen!“ Na gut, dann halt drei Wochen. Ich glaube drei Wochen sind lange genug, um in eine Schockstarre zu verfallen, oder? Drei Wochen sind eindeutig lange genug, um deprimiert zu sein!

 

Mir reicht es jedenfalls! Deshalb wollen wir, heute am 6.4.2020, gemeinsam einen Versuch starten. Ich weiß noch nicht ob er funktioniert, aber wer weiß, vielleicht, ja vielleicht, entpuppt er sich zu einem Schmetterling.

 

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Bevor wir uns innerlich besinnen und eine neue innere Haltung gegenüber der Corona-Krise versuchen einzuschlagen, haben wir jetzt noch eine Woche Zeit: Die Karwoche. In dieser Woche dürfen wir uns mit Jesus auf den Weg machen und mit ihm den Kreuzweg gehen. Lassen wir Schmerz, Melancholie, Angst, depressive Stimmungen noch einmal zu, alle Traurigkeit über das Schwere, das auf unseren Schultern lastet und begreifen wir, dass diese Last für uns getragen wird, von dem, der uns erlöst. Nehmen wir Jesus in der kommenden Woche bewusst mit herein in unseren Alltag: Immer, wenn es schwer wird. Gehen wir, auch wenn wir heuer gezwungen sind diese Kartage anders zu feiern, ganz bewusst mit. Versuchen wir zu akzeptieren, dass wir momentan Dinge nicht haben können, die wir gerne hätten. Geben wir sie ab. Bitten wir um Kraft und Stärke. In der Bibel lesen wir 365mal „Fürchtet euch nicht!“. Ein Mal für jeden Tag im Jahr.

 

Und dann: Ostersonntag! Auferstehung! Neues Leben! Diese Gewissheit kann uns niemand nehmen. Kein Coronavirus, keine Ausgangsbeschränkungen, keine Krise. Nichts. Jesus hat den Tod besiegt. Er ist der Sieger. Diesen Sieg hat er auch für uns errungen. 

 

Nutzen wir diese Woche als Vorbereitung auf eine neue Haltung der Krise gegenüber. Denken wir in unseren Bemühungen daran, dass auch viele, viele andere Mütter gerade jetzt das gleiche versuchen und dass wir gemeinsam auf dem Weg sind.

 

Wer kommt mit?

 

TEXT: Manuela Fletschberger

 

 


Eintrag #18

 

Mein Plan für diesen Sonntag: Schuhlöffel sein!

 

Und bevor sich jetzt jemand fragt, ob die Corona-Krise mir jeglichen Verstand geraubt hat: Nein, so weit ist es noch nicht! Ich will es erklären:

Was tut ein Schuhlöffel? Er hilft uns in den Schuh hinein! Müssen wir ihn suchen, weil ihn eines unserer Kinder zu einem Schwert umfunktioniert hat und irgendwo (vielleicht hinter der Couch) versteckt hat, ärgern wir uns. „Wo ist schon wieder der Schuhlöffel?“, ertönt es regelmäßig aus unserer Garderobe. Selbst der Reserveschuhlöffel, der von mir eigens für solche Notsituationen auf einem Haken ganz weit oben gehängt wurde, wird, auf mir unerklärliche Weise, immer wieder entwendet und zweckfremd eingesetzt. Wie dem auch sei…

Was meine ich jetzt mit: Ich will ein Schuhlöffel sein?

Ich will heute meiner Familie helfen in den Schuh „Freude“ hinein zu schlüpfen. Heute ist Palmsonntag. An diesem Tag feiern wir Jesus als König. Wir freuen uns und rufen: „Hosanna!“. Paulus sagt: „Freut euch im Herrn zu jederzeit! Noch einmal sage ich euch: Freut euch! (Philipper 4,4)

Okay, dieses „zu jederzeit“ bereitet uns vielleicht Probleme, aber heute können wir es doch versuchen. Erfreuen wir unsere Familie heute mit einem schön gedeckten Mittagstisch. Kochen wir ein besonderes Essen, das jedem schmeckt. Singen wir gemeinsam Jesus ein Loblied. Feiern wir gemeinsam die Heilige Messe via Livestream mit. Verbringen wir am Nachmittag unverzweckte Zeit miteinander. Erholen wir uns und lachen wir gemeinsam. Überlegen wir: Was bringt Freude in unsere Familie? Worüber freut sich jeder Einzelne? Und dann versuchen wir da und dort Schuhlöffel zu sein!

 

„Das ist das Herrliche an jeder Freude, dass sie unverdient kommt und niemals käuflich ist.“

(Hermann Hesse)

 

TEXT: Manuela Fletschberger

 

 


Eintrag #17

 

Heute greife ich einen Gedanken aus der SONNE IM HAUS-Ausgabe 01/20 auf:

Liebe im Kleid der Ewigkeit

 

Liebe ist ein großes Wort, das in unserem Leben immer wieder neu ausbuchstabiert werden will. Was bedeutet Liebe? Wie liebt man? Was heißt es jemanden wahrhaft zu lieben? Was heißt es jemanden zu lieben, obwohl man gerade keine positiven Gefühle für ihn hegt? Womöglich befinden wir uns aktuell gerade mitten in dieser letzten Frage.

Wir sind Menschen und deshalb fällt es uns auch schwer vollkommen zu lieben. Was die Liebe betrifft sind wir wohl alle auf dem Weg. Und dieses Am-Weg-Sein wird uns vielleicht gerade jetzt bewusst. Vielleicht erkennen wir gerade, wie schwer es uns fällt zu lieben, wenn das Gefühl fehlt. Wenn das Leben uns viele große Steine vor die Füße wirft. 

Was die Liebe angeht, haben wir alle unsere Baustellen. Lieben wir, so stoßen wir immer an unsere menschlichen Grenzen, und zwar deshalb, weil die Liebe göttlich ist. Der Schlüssel, um im Leben weiterzukommen und nicht auf der Stelle zu treten, ist, unsere Baustellen nicht zu verlassen, nur weil es unbequem ist und dort vielleicht gerade ein kalter, rauer Wind weht. Nein. Wer dort bleibt und an der treuen Hand Gottes stetig weiterbaut, der wird am Ende vor einem wunderschönen Schloss stehen, dem nichts mehr etwas anhaben kann. Das ist dann Liebe im Kleid der Ewigkeit.

 

„Die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.“

(Kol. 3,14)

 

TEXT: Manuela Fletschberger

 

 

 

 


Eintrag #16

 

Der innere Druck steigt!

Ich meine hier aber nicht den Druck, der sich im Kelomat aufbaut, um darin liegende Kartoffel innerhalb kürzester Zeit weich zu kochen. Ich meine jenen Druck, den die Corona-Krise in uns drinnen auslöst. Gründe und Auslöser für die innere Angespanntheit gibt es viele.

 

Es kann sein, dass das enge Zusammensein unsere Nerven immer dünner werden lässt. Dass sie immer früher am Tag reißen. Dass wir uns immer ernsthaftere Sorgen um unsere berufliche Zukunft machen. Dass wir von finanziellen Sorgen geplagt werden. Dass wir uns permanent fühlen, als hätten wir einen Finger in der Steckdose: unter Strom!

 

Hinzu kommt, dass wir nicht wissen, wie lange wir in diesem Ausnahmezustand verharren müssen. Diese Ungewissheit kann von Tag zu Tag unerträglicher werden. Permanente Angespanntheit wirkt sich natürlich auf unsere Laune aus. Wir empfinden die kleinsten Streitigkeiten zwischen den Kindern als übermäßig anstrengend. Was zur Folge hat, dass wir überreagieren. Es kann sein, dass sich in uns ein Gefühl der Ohnmacht ausbreitet. Dieses Ohnmachtsgefühl wird dann noch getoppt durch das Zutagekommen unserer Schwächen, denn dies passiert bei Menschen, die unter Druck stehen.

 

Aggressionen können auch ein Selbstschutz sein, die im letzten unerfüllte Bedürfnisse aufzeigen.“, schreibt Cornelia Mack in ihrem Buch „Mütter und ihre Aggressionen“. Damit wir jetzt nicht ins Strudeln kommen, ist es wichtig „mögliche Aggressionen nicht einfach so hinzunehmen, sondern sie als ein Signal zu verstehen. Sie zeigen uns auf, dass es da in uns etwas gibt, das wir genauer anschauen sollten“ (Cornelia Mack). Hinzuschauen ist schon der erste Schritt inneren Druck abzubauen. Um nochmal den Kelomat als Bild zu benutzen: Der erste Schritt, um inneren Druck zu reduzieren, ist die Herdplatte abzuschalten. Dies können wir dadurch machen, in dem wir zu Papier und Stift greifen und unsere innere Gefühlswelt fassbar machen. Was ist in uns gerade los? Welcher Sturm tobt da? Was bringt uns jetzt so aus dem Gleichgewicht? Weshalb rumort es so in uns?

 

Ist es dann schwarz auf weiss niedergeschrieben, können wir nach konkreten Schritten aus dieser Spirale suchen. Vielleicht müssen wir zum Telefon greifen und mit einer lieben Freundin unsere Sorgen teilen. Vielleicht brauchen wir dringend einen Spaziergang mit unserem Ehepartner, um einander das Herz auszuschütten. Vielleicht müssen wir uns mehr Zeitfenster für uns nehmen. (fürs persönliche Gebet, für Zeiten der Stille, für Sport, für eine Extraportion Natur). Lassen wir es nicht zu, dass wir, so wie der Kelomat bei Überdruck zu Pfeifen beginnt, nur noch herumschreien und explosiv reagieren.

 

„Die Natur ist ein sehr gutes Beruhigungsmittel.“

(Anton Pawlowitsch)

 TEXT: Manuela Fletschberger

 

 


Eintrag #15

 

Die Chance ergreifen - JETZT!

Sicherlich haben wir alle in den vergangenen Wochen schon den Spruch „Jede Krise ist eine Chance!“ gehört. Vielleicht haben wir ihn reflektiert, vielleicht auch nicht. Wie dem auch sei. Mir selbst ist heute, quasi mit einem Wimpernschlag, bewusst geworden, dass diese Krise sogar eine außergewöhnliche Chance ist: Und zwar in Bezug auf unseren Erziehungsauftrag. Generell ist uns Eltern bewusst, dass wir unsere Kinder im Laufe der Jahre fit für ihr Leben machen. Wir sollen und wollen ihnen brauchbares Werkzeug mitgeben. Wir wollen, dass sie ihr Leben, mit allem was dazugehören wird, bestmöglichst meistern können.

 

Diese Krise, diese Notlage, diese atypische Lebenssituation, in der wir jetzt stecken, ist nun unsere Chance sie zu lehren, wie man damit umgeht. Jetzt haben wir die (hoffentlich) einmalige Gelegenheit ihnen beizubringen, wie eine schwere Zeit bewältigt werden kann. Jetzt erleben unsere Kinder anhand unseres Verhaltens, wie man das macht: Eine Krise meistern.

 

Ich denke, wir sollten deshalb aktiv werden und den Ball, der uns nun unversehens zugeworfen worden ist, nicht zu Boden fallen lassen, sondern ihn durchaus als geschenkte Möglichkeit wahrnehmen.

Ich ermutige uns: Kommen wir mit unserem Partner über diese wichtige Angelegenheit ins Gespräch. Entwerfen wir ein Visionspapier, gedanklich oder schriftlich: Was sollen unsere Kinder durch diese Krise lernen. Oder stellen wir eine Liste zusammen mit der Überschrift: „So meistert man Krisen“. Und dann versuchen wir herauszufinden, wie wir diese Dinge ganz praktisch, ganz konkret in unserem jetzigen Alltag Realität werden lassen können. Schreiben wir auf diese Liste zum Beispiel „zuversichtlich bleiben“, dann überlegen wir uns, wie sich das in unserem Alltag zeigt? Wie zeigen wir Erwachsenen unseren Kindern gegenüber Zuversicht? Findet sich dort der Punkt „Im Glauben Kraft schöpfen“, dann sollte sich dies auch im Alltag widerspiegeln: mit fixen Gebetszeiten, mit Lobpreis, mit Bibellesen, mit der Teilnahme an einer Hl. Messe via Livestream. Und so weiter.

 

Wir alle können nicht in die Zukunft blicken und wissen nicht, ob und wie viele Krisen unsere Kinder einmal bewältigen müssen. Wie kostbar aber wird es für sie sein, wenn sie sich dann daran erinnern können, wie wir damals eine solche Situation mit Mut, Zuversicht und viel kreativem Erfindergeist überwunden haben.

 

TEXT: Manuela Fletschberger