Selbstliebe ist Liebe zur Familie
- 9. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Beim Biken kommen mir komischerweise immer wieder Themen für diesen Blog in den Sinn. So auch letztes Mal!
Nachdem beide Kinder nacheinander krank waren und ich die Tage nur noch mit einem der beiden auf der Couch verbrachte, wurde dann auch mein Mann krank. Ich war durch schlechte Nächte und anstrengende Tage schon ziemlich am Ende der Kräfte.
Dennoch habe ich mich aufgerafft und bin an einem sonnigen Vormittag auf mein Mountainbike gestiegen und habe das Lazarett hinter mir gelassen. Ich fuhr bergauf durch Wiesen und Wälder, habe der Stille zugehört und nach und nach wurde es mir wieder leicht ums Herz.
Und dann wurde mir klar, dass Biken und Mama sein einige Gemeinsamkeiten haben. Manchmal genießt man einfach die Natur, hört selig dem Vogelgezwitscher zu, freut sich am Geruch der frisch gefällten Bäume und lässt sich die Sonne ins Gesicht scheinen. Oder man genießt den Fahrtwind während es mit Leichtigkeit bergab geht. Dann hingegen kommen gewaltige Steigungen, bei denen man beißen muss, sich Meter für Meter nach oben kämpfen muss, der Puls beschleunigt und man weiter strampelt, obwohl man das Gefühl hat, nicht mehr zu können oder auch zu wollen. Vielleicht kennt man die Strecke schon und weiß, dass die Plagerei bald ein Ende hat. Man fokussiert sich auf den Weg, schaut nicht nach links oder rechts und kämpft. Wenn die starke Steigung in ein normales Bergauf übergeht, atmet man ruhig und bewusst ein, versucht den Puls zu senken und gibt gut auf die Körpersignale Acht.
Ist es nicht genau so beim Mama sein?
Da gibt es Phasen, in denen alles mit Leichtigkeit von der Hand geht. Die Beziehung zu den Kindern ist gut, die Erziehung funktioniert, die Hausaufgaben werden von selbst erledigt und das Leben fühlt sich leicht an. Dennoch wissen wir alle, dass die nächste Steigung schon hinter der nächsten Kurve lauert. Die Steigungen im Mamaalltag sind häufig und vielfältig. Sie reichen von kranken Kindern, zu Übermüdung, von Gefühlen der Überforderung zu Hilflosigkeit, Herausforderungen in Schule oder Ehe über Probleme in der Herkunftsfamilie. Wir kämpfen uns bis zum Abend durch, obwohl wir denken unsere Kraft reicht nicht mehr. Wir geben unser Bestes, obwohl es dennoch oft nicht zu reichen scheint. Und wenn die Schwierigkeit, dann überwunden ist, ist es wichtig auf uns selbst zu achten. Wie geht es mir? Was braucht mein Körper, mein Geist oder meine Seele? Was kann ich mir Gutes tun? Wo kann ich mir Hilfe holen? Was kann ich tun, bis es wieder mit Leichtigkeit bergab geht?
Meine Biketour war die dringend benötigte Auszeit, war Ruhe für die Seele und die anschließende heiße Dusche eine Wohltat für den Körper.
Somit ist es Sonnenklar – gelebte Selbstsorge und Selbstliebe ist gelebte Liebe zur Familie



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