Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, ......
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Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen
Ach, wie habe ich diesen Spruch gehasst als meine Kindern noch klein waren.
Für mich war dies immer ein Kleinreden meiner Sorgen, meiner schlaflosen Nächte und meiner Verzweiflung als junge Mama.
Inzwischen wird mir aber immer klarer, was damit gemeint war.
Wie oft wünsche ich mir die Sandkastenzeit zurück. Wenn dort jemand gemein zu meinen Kindern war, konnte ich sie schützen und behüten. Wenn sie jemandem mit der Schaufel eins übergebraten haben, dann war die Schaufel einfach weg. Und wenn’s gar nicht mehr ging? Zusammenpacken unter Geschrei, Kind aufheben und ab nach Hause.
Wenn heute jemand gemein ist zu meinen Teenagern, muss ich mich zuerst darauf verlassen, dass sie es mir erzählen oder ich es irgendwie mitbekomme. Ich bin die meiste Zeit nicht mehr in ihrer Nähe und kann sie nicht wie eine Löwin beschützen, sei es gegen Lehrer, Mitschüler oder die Ungerechtigkeit der Welt. Ich kann nicht mehr alle Dinge kontrollieren und je älter sie werden, umso weniger Kontrolle gibt es überhaupt. Zusammenpacken kann ich immer noch, aber ob dann jemand mitgeht, ist fraglich. Aufheben ist nicht mehr, eher kann mich mein Großer tragen, denn der überragt mich mittlerweile um einen ganzen Kopf.
Wir sorgen uns um ihre schulische und berufliche Laufbahn, um die richtigen Freunde, dass sie auf der rechte Bahn bleiben, um ihre ersten Verliebtheitsgefühle und alles, was sie mit sich bringen und ihre Gesundheit an Körper, Geist und Seele. Wir sind präsent und begleiten sie liebevoll. Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es erwünscht ist und werden beschimpft, wenn wir uns wieder mal mit ungefragten Ratschlägen nicht zurückhalten konnten. Wir opfern wie früher unseren Schlaf, wenn sie wieder mal um 23 Uhr Gesprächsbedarf haben oder um sie von irgendwo abzuholen. Wir arbeiten an uns, an unseren Fehlern und Problemen, denn nie bekommen wir sie so gut gespiegelt und wörtlich schonungslos mitgeteilt wie jetzt. Wir wachsen mit unseren Teenagern und geben alles, um die Beziehung zu erhalten. Wie früher gehen wir weit über unsere Grenzen und geben unser Bestes und sind uns bewusst, dass unser Bestes oft nicht genug ist.
Und dann?
Dann gehen wir am besten auf unsere Knie und vertrauen unsere Teenager dem an, der jede Sekunde an ihrer Seite ist. Der sie mehr liebt als wir, der sie beschützt und behütet. Wir sind da und müssen doch lernen Platz zu machen, für die einzige Beziehung, die unsere Kinder wirklich brauchen, die zu ihrem Schöpfer.
Jetzt treffen sie eigene Entscheidungen und lernen mit ihren Konsequenzen zu leben. Jetzt lernen sie fürs Leben. Wir sind nur noch der Rückhalt, wenn die Welt zu viel wird. Das Auffangnetz, das im Hintergrund wartet. Der sichere Hafen, wenn sie See zu rau wird. Die meiste Zeit aber wird gesegelt, schneller und uneinsichtiger als uns lieb ist.
Sonnenklar – Gott ist unser Hafen, egal ob kleine oder große Kinder!



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