Wo geht’s hier zum Nil? Und wo findet man heute noch Bast?
- theresaritzal

- vor 2 Tagen
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Manche Zeit als Mama ist ganz schön hart und es kann einen an den Rand der Verzweiflung bringen. Nicht von irgendwo her kommen Ausdrücke wie beispielsweise: „…auf den Mond schießen….“
Als die Kinder noch klein waren und die Nächte extrem durchwachsen oder fast gar nicht vorhanden waren, war ich oft um acht Uhr morgens schon verzweifelt und habe mich gefragt wie ich wohl den Tag überleben soll. Vieles kostet uns Mamas ganz schön Kraft: die Zähne, die Trotzphase, das nächtliche Aufstehen und Kümmern, die Schule, rebellierende Teenager, und, und, und – die Liste ließe sich endlos fortsetzen.
So auch letztens bei Familie Marte: Der Tisch war zu Mittag gedeckt und ich wartete gut gelaunt auf meine Jungs, in der Hoffnung auf einen schönen, gemeinsamen Nachmittag. Als die Tür aufging und die Jungs nachhause kamen, wars schnell dahin mit der Hoffnung und der guten Laune. Die Spannung, die in der Schule gerade noch versteckt werden konnte, wurde mit dem Schließen der Haustüre unaushaltbar und endete mit Geschrei und Streit. Am Mittagstisch wurde nur gegrummelt und sich gegenseitig beleidigt. Sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander, denn immer, wenn sich der eine zurückzog, kam der andere hinterher, um weiter zu nerven. Bei allem Verständnis für ihren Frust und ihre Hormone, kam bei mir irgendwann der Punkt, wo ich nur dachte: „Wo um alles in der Welt bekomme ich einen Bastkorb her, der groß genug ist für beide und wo geht’s hier zum Nil?“ Ich weiß, Moses Mama wollte ihn nicht hergeben, sondern war gezwungen ihn in einem Bastkörbchen auf den Nil zu setzen, um sein Leben zu schützen. In diesem verzweifelten Moment meines Mamaseins aber fand ich die Vorstellung kurz verlockend und jeder weiß, dass wir sofort hinterher schwimmen würden. Dennoch hat mich die bildliche Vorstellung von meinen Teenagern im Bastkorb so erheitert, dass ich gelassen mit jedem einzelnen ein Gespräch führen konnte und die Stimmung dann gerettet war. Dieses Ausbalancieren von Stimmungen, dieses Auffangen der Kinder in allen ihren Nöten kostet uns einiges und wir dürfen unsere Arbeit im Verborgenen wertschätzen und vor Gott bringen. Denn wie bei Mose, wird auch Gott uns helfen unsere Kinder zu erziehen und er selbst ist es, der ihr Leben in der Hand hält. Darauf dürfen wir vertrauen, wenn wieder einmal alles um uns herum im Chaos versinkt.
Sonnenklar – bei uns gibt’s keinen Nil, dafür GOTT und das ist so viel besser!
Dr. Martina Marte



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