Am Ende der Nerven ist der Anfang der Gnade

Kinder, zumindest unsere, besitzen diese unglaubliche Fähigkeit einen in 3 Sekunden auf 180 zu bringen. Das mag ja bei einem Sportwagen toll und gewollt sein, als Mutter erfordert es aber tagtäglich eine Riesenportion an Selbstbeherrschung.

Faszinierend wie die Menschen, die man am meisten liebt, gleichzeitig die sind, die uns an den Rande des Wahnsinns treiben.

Tatsächlich gibt es die guten und die nicht so guten Tage. Dann gibt es eben auch noch die richtig schlechten Tage. Wo morgens im Bett die Kinder schon miteinander streiten, das Frühstück ungenießbar und die Schultasche unauffindbar ist. Das Mittagessen war auch noch nie schlechter, das Spielzeug, das gestern noch großartig war, ist heute für Babys. Schule, Hausaufgabe und Lernen ist das Letzte, wo man doch am Nachmittag so viel sinnvollere Dinge tun könnte wie Zocken. Die Eltern und die Geschwister nerven, und wenn man ehrlich ist, selbst nervt man sich auch.

Wenn ich es bis hierhin ohne Ausrasten geschafft habe, verleihe ich mir innerlich den Mutter-Tapferkeitsorden. Aber egal wie, irgendwann bin ich an solchen Tagen mit meinen Nerven am Ende und wäre gern ein Strauß, dann könnt ich wenigstens den Kopf in den Sand stecken. Bin ich aber nicht, sondern Mama aus voller Überzeugung. Aber als solche, würde ich gerne auf den Fußboden sitzen und heulen und überlege mir jedes Mal auf Neue, ob ich nicht doch eine Bewerbung im Krankenhaus abgeben sollten.

Und genau an diesem Ort begegnet mir Gott und seine Gnade. Welch unverdientes und dringend benötigtes Geschenk. Gnade in Form von Beruhigung, von neuer Energie, von Klarheit und Strenge und vor allem in Liebe. Dann zähl ich weiter die Stunden oder Minuten bis zur Schlafenszeit, dies aber mit einem liebevollen und gnädigen Blick auf meine Kinder und auch auf mich selbst.

 

 

Sonnenklar – Gnade und Liebe haben wir alle so dringend nötig!

 

Dr. Martina Marte 

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