Immer schön lieb sein...

Die Gesellschaft will sie, aber nur bis zu einem gewissen Alter.

Die ältere Generation findet sie sooo gut erzogen und nennt sie brav.

Die meisten Lehrer wissen sie zu schätzen.

Die Rede ist von den angepassten Kindern. Wir kennen sie alle und haben uns insgeheim auch schon mal solche Kinder gewünscht.

Kinder, die im Sandkasten gerne ihre Schaufel ausleihen oder zumindest nicht mit Geschrei darauf reagieren, wenn es ums Teilen geht. Kinder, die gut in der Schule sind und mit allen gut auskommen. Kinder, die sich gut anpassen können und wenige Situationen als überfordernd bezeichnen. Kinder, die brav am Tisch sitzen und die Erwachsenen sprechen lassen. Kinder, Kinder, Kinder.

Gerade in der Schulzeit kommt es mir vor, sind Kinder beliebt, die nicht zu viele Umstände machen, die Anordnungen befolgen und sich gut unterordnen können.

Warum ich das denke?

Weil ich ein angepasstes Kind habe und weil ich auch über ein ganz andres Exemplar an Kind verfüge.

Ein Kind, das einen riesengroßen eigenen Kopf hat. Ein Kind, das alles hinterfragt und vor eigenen Ideen nur so übersprudelt. Ein Kind, das nicht ohne Zusicherung des Wiederbekommens seine Dinge verleiht. Ein Kind, das sich nur unterordnet, wenn es sich geliebt und angenommen fühlt. Ein Kind, das ständig überfordert ist und seine Ruhe lautstark einfordert. Mein Kind, mein Kind, mein Kind.

Ich kann verstehen das angepasste Kinder sehr angenehm sind. Je älter sie jedoch werden, desto mehr erwarten wir Rückgrat, Eigenverantwortung und Querdenken von ihnen. Wir wollen richtige „Männer“, starke Erwachsene, die selber denken und verantwortungsvoll handeln. Gerade als Christen wünschen wir uns, dass sie nicht mit dem Strom schwimmen, sondern das biblisch Richtige tun, auch wenn sie einen Preis dafür bezahlen.

Manchmal frage ich mich aber, wie das funktionieren soll. Keine Erziehung der Welt kann diese Veränderung in so kurzer Zeit bewirken. Heute angepasst und morgen Querdenker.

Wie wäre es stattdessen, wenn wir jedes Kind in den Bereichen fördern würden, wo es Schwächen hat und seine Stärken loben würden. Wenn wir uns weniger Sorgen machen würden, was die anderen denken? Wenn wir mehr hinter unseren Kindern mit deren Charakteren stehen würden, statt die Augen zu verdrehen, wenn sie öffentlich ihre Eigenheiten zum Besten geben? Wenn wir sie lieben würden genau so wie sie sind, in Theorie und Praxis? Wie wäre es wenn wir sie liebevoll dorthin begleiten, wo Gott sie haben möchte? Wenn wir sie dort abholen würden, wo sie stehen und sie nicht immer auf den Mond schicken wollten, wenn sie uns weit über unsere Grenzen hinaus testen. Wenn wir ehrlich sind, spätestens am Abend würden wir auch die unangepassten Kinder wieder vom Mond zurück haben wollen. Wir lieben sie ja, wie es in einem Kinderbuch heißt bis zum Mond und wieder zurück.

Seien wir Vorbild für unsere Kinder und Ermutigung für andere Eltern. Seien wir offen für Herausforderungen und holen wir uns Kraft von seiner Quelle für jeden einzelnen Tag. Kämpfen wir die Kämpfe, die sich wirklich lohnen und sparen dabei kostbare Energie. Lassen wir uns von IHM zeigen, was er mit all unseren Kindern vorhat und stehen ihm dann nicht im Weg herum.

 

 

Sonnenklar – Gott liebt jedes unserer Kinder auf die Weise, die es braucht!

 

Dr. Martina Marte aus Vorarlberg, Österreich

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