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Aufblühen oder mach doch mal was für dich

  • 11. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Seit meine Jungs in einem gewissen Alter sind, höre ich immer wieder auf jedes erdenkliche Problem: „Du musst halt mal was für dich machen!“.

Nur was ist mit „für mich“ gemeint?

 

Ich bin schon so lange Mama in Vollzeit, dass meine kinderlose Zeit wie eine neblige Erinnerung in meinem Gedächtnis ist. Ich bin immer noch aus tiefstem Herzen gerne Mama und empfinde die wenigsten Dinge als echten Verzicht. Vielmehr sehe ich mein Muttersein als wahre Berufung.


Dennoch spüre ich, je größer die Kinder werden, dieses leichte Ziehen im Herzen, dass noch etwas auf mich wartet. Wie eine neue Knospe sprießt es in mir, der Begin von etwas Neuem, das im Tiefen am Entstehen ist. Es entstehen neue zeitliche Freiheiten, je größer die Kinder werden, auch wenn die emotionale „Belastung“, das SICH-SORGEN-MACHEN neue Dimensionen annimmt. Ob die Knospe ein Beruf, eine Berufung oder ein reines Hobby wird? Keine Ahnung und im Endeffekt auch nicht so wichtig im Blick der Ewigkeit betrachtet. In erster Linie will ich tun, was Gott von mir will, denn nur das wird schlussendlich Frucht bringen und Ewigkeitswert haben.


Was ich jedoch gelernt habe ist, dass ich Dinge ausprobiere, die ich immer schon mal machen wollte. So habe ich mit über vierzig angefangen Klavier zu lernen. Für mein eingerostetes Gehirn und meine Koordination eine riesige Herausforderung, deshalb nenne ich es auch liebevoll meine Demenzprophylaxe. Es erfüllt mich aber mit tiefer Freude zuhause zu üben, vor allem auch deshalb, weil es zur Gänze leistungsbefreit und zielbefreit bleibt. Ich weigere mich standhaft an einem Vorspiel teilzunehmen, weil ich Klavier nur für mich und meine Seele spiele.

Ein weiterer Punkt auf meiner Liste ist Reiten auszuprobieren. Auch wenn die Liste nicht wirklich lang ist, ist sie doch mit Punkten gefüllt, die nur mir dienen. Also „nur für mich“ sind. Dies ist ein wichtiger erster Schritt für uns Mamas. Nicht als Selbstverwirklichung oder aus Egoismus, sondern um uns als Frau, als Königstochter nicht aus den Augen zu verlieren.


 Nach jahrelanger Hingabe und Mutterliebe, ruft Gott uns in seine Liebe. Er füllt unseren Tank und kümmert sich um uns, so wie wir uns um unsere Kinder kümmern. Er will unser Bestes und sieht das große Ganze, sieht uns im Alter, wenn unsere Kinder ausgezogen sind.


Manche Knospen werden wachsen und stark werden, während wieder andere zu Grunde gehen. Solange Gott der Gärtner ist und unsere Knospen und Äste beschneidet, können wir sicher sein, dass es zu unserem Besten dient. Manche Knospe, die ich gerne groß gesehen hätte, hat Gott beschnitten. Auch wenn es weh tat, kann ich lange Zeit später erkennen, warum dies das Beste für mich war.

Ehefrau und Mama zu sein wird immer meine Berufung sein, aber auch sie haben als kleine Knospe begonnen.


Sonnenklar – auf Gottes Baum ist noch viel Platz für mehr Knospen!

 
 
 

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