Unser Corona Blog

Und plötzlich ist alles ganz anders...

Eintrag #26

 

Ostermontag

Auf! Es ist Zeit!

 

Der Tag des Aufbruchs. Neues ist geworden und wird immerfort. Ostern dauert an. Immer. Ostern bleibt. Hat kein Ende. Das Leben siegt über den Tod. Licht erstrahlt. Die Finsternis weicht. Leben. Ja, leben sollen wir!

 

Dieser Ostermontag in COVID-Zeiten ist ein Wendepunkt für uns. Vor einer Woche haben wir die Vorbereitung auf diesen Tag begonnen. Jetzt ist er da! Die Stunde des Umschwungs und des Aufbruchs ist da! Jetzt betreten wir gemeinsam neues Land.

 

In der Karwoche haben wir alles durchlebt, was an Dunklem da ist: Wir haben unseren Schmerz wahrgenommen. Wir haben gejammert. Wir haben uns mit dem Tod auseinandergesetzt. Wir sind in das Schweigen Gottes am Karsamstag eingetreten und haben dann Ostern erlebt. Heuer ganz anders als üblich.

 

Um nun den Schwenk zu einer neuen Haltung zu schaffen, brauchen wir die innere Überzeugtheit, dass nach Ostern wirklich alles anders ist. Oder besser gesagt, dass mit Ostern alles anders ist. Jetzt ist der Moment da: Wir stellen uns mit neuer Kraft auf. Corona hin oder her. Von nun an entscheiden wir uns, dass nicht mehr Corona über uns herrscht, sondern die Freude über den Sieg, den Jesus für uns errungen hat. „Die Auferstehung Jesu war gleichsam eine Explosion des Lichtes, eine Explosion der Liebe, die das bislang unauflösbare Geflecht von ‚Stirb und Werde‘ aufgelöst hat. Sie hat eine neue Dimension des Seins, des Lebens eröffnet.“ (Benedikt XVI.) 

 

Eine Explosion. Eine neue Dimension. Das klingt gut! Aber wie kann das in unserem Haus Wirklichkeit werden, wenn doch in der Welt dort draußen alles noch beim Alten ist und wie es aussieht noch länger so bleiben wird? Wir brauchen eine Strategie! Diese Strategie veröffentlichen wir heute und hoffen, dass sich viele uns anschließen.

 

SIEBEN SCHRITTE

 

1)      Morgens erinnern wir uns an „die neue Dimension“: Legen wir uns einen neuen ersten Gedanken zu! Schlagen wir morgens die Augen auf, dann denken wir zuerst daran. Das kann sein: „Heute will ich das Licht von Ostern weitertragen! Ich will Licht sein für meine Familie! Die Sonne im Haus!“ oder „Christus ist auferstanden, Alleluja!“ (Dies ist ein altchristlicher Morgengruß, auf den der andere dann antwortet: „Er ist wahrhaft auferstanden, Alleluja!“) oder „Heute entscheide ich mich für die Liebe!“ Worte sind wirkmächtig. Sie prägen uns und schleifen unser Inneres zurecht.

 

2)      „Kleine Dinge mit großer Liebe tun!“ Dieser Satz von Mutter Teresa darf uns besonders motivieren: Wenn wir versuchen die kleinen, alltäglichen Dinge unseres Familienlebens mit großer Liebe zu tun, dann bricht eine neue Wirklichkeit in unseren vier Wänden an. Weiters sagte Mutter Teresa: „Seid in den kleinen Dingen treu, denn darin liegt eure Stärke!“ Wenn in den kleinen Dingen unsere Stärke liegt, dann brauchen wir uns nicht zu sorgen. Denn jeden Tag gibt es genug kleine Dinge zu tun.

 

3)      Schöpfen wir neu aus dem Schatz unserer mütterlichen Stärken! Überlegen wir: „Was sind meine ganz persönlichen Stärken?“ Und dann: „Wie kann ich sie bewusster einsetzen für meine Familie?“ Diese Überlegung und daraus kommendes neues Handeln, kann wahrhaft eine Explosion verursachen. Setzen wir unsere Stärken bewusster FÜR UNSERE FAMILIE ein, werden wir neues Land betreten. Ganz gewiss!

 

4)      Folgendes ist auch weiterhin wichtig: „Perlen sammeln“ (Eintrag #10) und

 

5)      „Schuhlöffel sein“ (Eintrag #18). Wenn wir jeden Tag einige Perlen sammeln und ab und zu als Schuhlöffel fungieren, dann wird das eine neue Seite in unserem Familienbuch aufschlagen.

 

6)      Beten wir das Gelassenheitsgebet: „Herr gib mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, den Unterschied zu erkennen!“ (R. Niebuhr)

 

7)      Lernen wir neu dankbar zu sein, denn Dankbarkeit macht Herz und Augen hell. Und: „Nicht die Glücklichen sind dankbar, sondern die Dankbaren glücklich!“ (F. Bacon). Das ist eine wichtige Erkenntnis: Mit Dankbarkeit bereiten wir unserem Glück den Weg. Oder besser gesagt: Dankbarkeit öffnet dem Glück die Tür!

 

 

Dies war nun der (momentan) letzte Blogeintrag zu „Plötzlich ist alles anders…“. Weil die Corona-Krise noch nicht vorbei ist und wahrscheinlich noch einiges durchzustehen ist, geben wir allen Müttern diese sieben konkreten Schritte mit. Sie sollen uns wirklich eine Strategie zur Hand geben, wie wir weiterhin gut durch diese Zeit kommen. Nach Ostern stellt sich wieder der „Corona-Alltag“ ein: Homeschooling, Homeoffice, Homeliving XXL…der ganz normale Home-Wahnsinn. Doch wir werden es meistern, davon sind wir überzeugt.

 

Auf! Gehen wir! Das Leben wartet auf uns! Bringen wir Licht, denn das brauchen unsere Kinder, unsere Ehemänner, unsere Eltern, unsere Nachbarn…die Welt! Meinen Kindern sage ich immer, wenn sie zur Schule aufbrechen und ich sie mit einem Weihwasser-Kreuzerl gesegnet habe: „Bring‘ Licht in diese Welt!“ So wollen es auch wir tun.

 

Manuela Fletschberger gemeinsam mit Tatjana Schnegg und dem ganzen SONNE IM HAUS-Team

PS: In den nächsten Tagen wird es auf unserer Homepage die sieben Schritte zum Downloaden geben! Dann können wir sie zur Erinnerung ausdrucken und auf unsere Kühlschranktür hängen!

 

 


Eintrag #25

 

OSTERSONNTAG

 

Heute ist der Tag aller Tage!

Der Tag…

… an dem das Grab leer war.

… an dem sich die Prophezeiungen erfüllt haben.

… der uns zum ewigen Leben verhilft.

… der die Weltgeschichte verändert hat.

… der unsere Geschichte neu schreibt.

… an dem sich zeigt, wie sehr Gott uns liebt.

… der dein und mein Leben verändert.

 

Heute ist der Tag, an dem Jesus uns zusagt: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“.

Welch eine Zusage! Wir sollen uns der Gegenwart Jesu in unserem Leben, an jedem einzelnen Tag gewiss sein. Mag der Tag, in unseren Augen, verkorkst und ganz und gar unbefriedigend verlaufen, mit der Gewissheit, dass Jesus in unserem Herzen da ist, kann es uns gelingen das Ruder herumzureißen. Plötzlich gelingt es uns zu unseren Kindern zu sagen: „Wisst ihr was, wir waren heute ganz schön unausstehlich zu einander, deshalb machen wir jetzt einen Schlussstrich und fangen, mit Gottes Hilfe, neu an!“

Ostern ist ein echtes Geschenk für uns.

 

Nicht auszudenken – eine Welt ohne Jesu Auferstehung.

 

Nicht auszudenken – ein Leben ohne ihn. Ein Leben ohne seine Gnade, seinen Frieden, seine Liebe, seine Freundschaft, seine Freude.

 

Deshalb lasst uns feiern und vor Freude jauchzen, dass unsere Freude überschwappt auf unsere Nachbarn, unsere Gemeinde, unsere Welt. Denn Freude lässt sich auch trotz Sicherheitsabstand übertragen! Stecken wir die anderen an mit unserer Freude, denn sie ist ein natürliches Schutzschild gegen Trübsal blasen. Werden wir kreativ! Schenke wir Freude!

 

Jesus ist es wert von uns gefeiert zu werden!

 

 

Martina Marte, Manuela Fletschberger


Eintrag #24

 

Karsamstag.

Die Zeit hält den Atem an.

Stille zwischen Karfreitag und Ostern.

Warten. Hoffen. Ausschauhalten.

Karsamstag.

Das Leid ist vorbei.

Die Trauer beginnt.

Der Glaube hadert.

Karsamstag.

Warum? Weshalb?

Hat das einen Sinn?

Leid. Schmerz. Wut.

Karsamstag.

Frag: „Wozu?“

Und schau aufs Kreuz.

Gott spricht: „Aus Liebe!“

 

 TEXT: Manuela Fletschberger

 


Eintrag #23

 

Karfreitag – der Tag an dem mein bester Freund für mich stirbt. Ein Tag der Trauer und doch auch der Hoffnung. Denn Jesus ist nicht nur gestorben, sein Tod war erst der Anfang von etwas Wunderbarem, von etwas Großem, das die Welt noch nie gesehen hat.

Das Thema Tod ist in unserer Gesellschaft nicht gerade beliebt. Obwohl es jeden von uns jederzeit treffen kann, wollen wir nicht darüber sprechen, solange es sich vermeiden lässt. Durch meinen Beruf bin ich in dieser Hinsicht ein wenig abgehärtet. Wenn man in einem Krankenhaus arbeitet, führt am Thema Tod kein Weg vorbei. Außerhalb dieser Situationen kommen wir normalerweise mit dem Tod wenig in Berührung. Solange, bis ein Virus die Welt überschwemmt. Gerade jetzt werden wir durch Covid-19 schmerzlich an unsere Endlichkeit erinnert. Es wird uns vor Augen geführt, dass wir alle nicht ewig auf dieser Welt sein werden. Erlauben wir es uns heute am Karfreitag hinzuschauen und uns mit unserer Endlichkeit hier auf Erden zu beschäftigen. Spüren wir hinein in unsere Ängste und nennen wir sie beim Namen. Seien wir dankbar, für die Zeit, die uns gegeben ist.  Denn heute darf uns bewusstwerden, dass der Tod für uns Christen nicht das Ende ist. Er hat nicht das letzte Wort. Durch Jesus ist er erst der Anfang einer wunderbaren Geschichte.

 

„Der Karfreitag geht zu Ende. Ostern dauert an!“

(Ernst R. Hauschka)

 

 

Text: Dr. Martina Marte


Eintrag #22

 

Der Tag der großen Geheimnisse

In regelmäßigen Abständen greife ich nach einem der alten Mütterbücher, die in meinem gut gefüllten Bücherregal stehen. Auf der Suche nach guten Impulsen, nach Antworten, nach Ideen waren sie mir immer gute Ratgeber. So habe ich auch heute das blaue, schon etwas zerschlissene, leinengebundene Buch herausgezogen. „Heiliges Mutteramt“ steht in goldenen Lettern darauf.

 

Beim Lesen im Kapitel „Die Karwoche“ werde ich ermutigt und finde Wegweisung. Dort werden wir Mütter angehalten es nicht zu versäumen die Bräuche der Karwoche zu pflegen, denn sonst machen wir das Herz unserer Kinder um eine reine Freude ärmer und auch unser Herz würden wir des Segens berauben. Wir Mütter sollen bei der Verlebendigung der altchristlichen Bräuche darauf Gewicht legen, dass unsere Kinder stets eine Verbindung zwischen dem Brauch und dem Glauben an Gott herstellen können. Fußt Brauchtum auf dem Glauben, wird er nie leer und hohl oder unversehens plötzlich wegbrechen…

 

So bietet uns auch der Gründonnerstag, früher auch der Tag der großen Geheimnisse genannt, viel Brauchtum, das sinnerfüllt gelebt werden will. Es ist ein ereignisstarker Tag: Jesus feiert das letzte Abendmahl, er wäscht den Jüngern die Füße, er betet und schwitzt Blut am Ölberg, er wird festgenommen. Er ist also zweigeteilt, dieser Tag: Es gibt Grund zur Freude, aber auch Grund zur Trauer. So mag es auch in uns aussehen. Freude und Trauer. Beides hat seine Berechtigung und darf seinen Platz haben. Genau deshalb bietet uns der Gründonnerstag die Möglichkeit, beidem Ausdruck zu verleihen: Feiern wir mit unseren Lieben ein besonderes Abendmahl bei uns Zuhause. Und das meine ich jetzt nicht in Bezug auf das Essen (wir sind ja mitten in der Karwoche), sondern in Bezug auf das wie. Bereiten wir gemeinsam das Mahl vor. Decken wir den Tisch in einfacher, schlichter Schönheit. Eine brennende Kerze symbolisiert Jesus, der das Licht der Welt ist. Nach dem gemeinsamen Essen können wir eine Bibel zur Hand nehmen und die Stelle im Markusevangelium ab Kapitel 14 Vers 17 lesen. Betrachten wir das Gelesene gemeinsam: Was fällt uns auf? Was spricht uns an? Was trifft uns ins Herz? Lassen wir das Wort Gottes lebendig werden in unserer Familie! Das ist so kostbar!

 

In Getsemani fordert Jesus seine Jünger auf zu beten. Nehmen wir diese Aufforderung an und beten wir. Lassen wir uns ergreifen von den Geschehnissen des heutigen Gründonnerstages. Danken wir. Bitten wir. Kleiden wir auch unseren Schmerz in Worte, heuer ohne Oma und Opa, Geschwister, Tanten und Onkels, Paten feiern zu müssen.

So stiften wir Familienkultur. So leben wir aus dem Schatz des Glaubens schöpfend. So wird alles gut werden!

 

„Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteilter Schmerz ist halber Schmerz.“

 

(Christoph A. Tiedge)

 

TEXT: Manuela Fletschberger